Irakisches Parlament Al-Sadr fordert Baathisten-Säuberung

Unter Saddam Hussein waren sie die Pfeiler des Regimes – nun sollen alle ehemaligen Mitglieder der Baath-Partei aus offiziellen Ämtern entlassen werden. Das fordert der radikale irakische Schiitenführer Muktada al-Sadr. Die Baath-Partei wurde 2003 aufgelöst.


Der irakische Schiitenführer Muktada al-Sadr hat am Wochenende die "Säuberung" aller irakischen Behörden von Mitgliedern der Baath-Partei gefordert. Auch das Parlament sollte auf ehemalige Parteigenossen durchforstet werden. Am Sonntag hatte sich der radikale Prediger al-Sadr mit Parlamentsabgeordneten seiner Bewegung getroffen, um sie mit der "Säuberung" zu beauftragen, erklärte ein Vertrauter.

"Säuberung" des Parlaments: Schiitenführer Muktada al-Sadr
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"Säuberung" des Parlaments: Schiitenführer Muktada al-Sadr

Um auf der Karriereleiter aufzusteigen, war es unter Präsident Saddam Hussein für viele Iraker unablässig, Mitglied der Baath-Partei zu sein. Die "Arabische Sozialistische Partei der Wiedererweckung" propagierte die Vereinigung der arabischen Völker.

Rund 30.000 Beamte haben wegen ihrer früheren Mitgliedschaft in der Partei im Irak bisher ihren Job verloren. Die führenden Köpfe der Baath-Partei wurden sogar ermordet: Dutzende Funktionäre wurden vor allem in der Region um Nadschaf und Kerbela hingerichtet.

Nach der Invasion der US-Truppen im Jahr 2003 war die Baath-Partei offiziell aufgelöst worden. Die Partei ist in anderen Ländern jedoch noch aktiv, vor allem in Syrien, wo das Baath-Regime radikale Gruppen wie die Hisbollah, Hamas und den Islamischen Dschihad unterstützt.

jkr/dpa



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