Iraks Nachbarn Syrien gerät unter Druck

Nach dem schnellen Erfolg im Irak schlagen die USA jetzt auch gegenüber den Nachbarn entschiedenere Töne an. Besonders Syrien, dem die Amerikaner Unterstützung von Terroristen vorwerfen, rückt immer mehr ins Visier der US-Strategen.

Washington - Präsident George W. Bush hat das Land davor gewarnt, flüchtende Angehörige des irakischen Regimes aufzunehmen. "Syrien muss verstehen, dass wir volle Zusammenarbeit erwarten", sagte Bush am Freitag bei einem Besuch verletzter US-Soldaten in einem Krankenhaus bei Washington. "Wir fordern Syrien dringend auf, keinem Mitglied der Baath-Partei, der Saddam-Familie oder Generälen Zuflucht zu gewähren." Falls sich bereits Mitglieder der irakischen Nomenklatura nach Syrien abgesetzt hätten, verlange Washington die Auslieferung, so Bush.

Unterdessen hat der frühere Nato-Oberbefehlshaber Wesley Clark einen Angriff der USA auf Syrien nicht ausgeschlossen. "Ich würde derzeit kein Geld in Damaskus anlegen", sagte der frühere US-General der "Berliner Zeitung". Noch gehe es um Diplomatie, "aber Syrien muss mit einem Angriff rechnen, wenn es seiner Regierung nicht gelingt, die amerikanischen Bedenken auszuräumen". Dabei gehe es um die Unterstützung regimetreuer Iraker, Kontakte zu Terrorgruppen sowie den Besitz von Massenvernichtungswaffen. Die Präsenz der amerikanischen Streitkräfte in der Region sei zu einer geostrategischen Realität geworden, erklärte Clark. "Das wird natürlich nicht ohne Auswirkungen bleiben."

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