Iran Ahmadinedschad droht möglichen Angreifern

Der iranische Präsident Ahmadinedschad hat mit markigen Worten die Leistungsstärke der Streitkräfte gewürdigt. Am "Tag des Heeres" sagte er, die Armee werde "die Hand jedes Aggressors abschneiden".


Teheran - "Iran ist ein Verfechter des regionalen und globalen Friedens, aber die iranischen Streitkräfte sind gleichzeitig bereit, sich für ihr Land zu opfern", sagte Mahmud Ahmadinedschad heute vor einer Parade der Streitkräfte in Teheran. Sein Land verfüge über ein mächtiges Heer, das die politischen Grenzen und die Integrität des Landes verteidigen könne. Die Armee sei eine der stärksten der Welt - wegen ihres Gottvertrauens und ihres islamischen Glaubens.

Die Armee müsse "ständig bereit, ausgerüstet und schlagkräftig sein. Sie muss mit der neuesten Technik ausgerüstet sein, den Feind erkennen und stets wachsam sein", fügte der Präsident vor Offizieren hinzu. Zugleich betonte er, dass die Streitkräfte dem Frieden und der Sicherheit der Menschen dienten. "Die Leistungskraft unseres Heeres stellt für kein Land eine Bedrohung dar", sagte er.

Zuvor hatten mehrere iranische Armeekommandeure gestern Abend in einer Sondersendung des iranischen Fernsehens versichert, dass alle nötigen Militärstudien über amerikanische Kriegsstrategien in Afghanistan und im Irak bereits fertig und alle "Für und Wider" bewertet worden seien.

Ahmadinedschad: Die Armee wird "die Hand jedes Aggressors abschneiden"
REUTERS

Ahmadinedschad: Die Armee wird "die Hand jedes Aggressors abschneiden"

Vor den Beratungen der fünf Vetomächte der Vereinten Nationen und Deutschlands in Moskau über das weitere Vorgehen im Atomstreit mit Iran drängen die USA erneut auf eine harte Linie gegen die Islamische Republik. Der Uno-Sicherheitsrat müsse verschärfte diplomatische Maßnahmen ergreifen, etwa das Einfrieren von Vermögenswerten oder Visa-Beschränkungen, hieß es von Seiten der US-Regierung vor dem Treffen heute in Russland. Der Sprecher des US-Außenministeriums, Sean McCormack, erwartete aber keinen Durchbruch bei den Gesprächen. Auch Beobachter gingen nicht davon aus, dass die USA mit ihrem Vorstoß Erfolg haben werden.

Die Positionen der Vetomächte und Deutschlands sind bislang noch zu unterschiedlich. Russland und China lehnen jegliche Sanktionen gegen Iran ab. Die übrigen Staaten - abgesehen von den USA - sind zunächst vor allem gegen ein militärisches Eingreifen. Der Atomstreit wird bereits im Uno-Sicherheitsrat behandelt.

Ende März hatte das Gremium in einer nicht-bindenden Erklärung gefordert, Iran müsse seine Urananreicherung stoppen. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohammed al-Baradei, will bis Ende April einen Bericht zum iranischen Atomprogramm vorlegen. Falls er darin zu dem Entschluss kommt, das Land habe die Forderungen des Westens nicht erfüllt, könnte eine bindende Resolution nach Kapitel Sieben der Uno-Charta die Folge sein, die Sanktionen ermöglicht.

Ahmadinedschad hatte den Streit zuletzt noch einmal verschärft, als er erklärte, Iran gehöre mit den ersten erfolgreichen Schritten bei der Urananreicherung zur Gruppe jener Länder, die über Atomtechnologie verfügen. Das Land steht im Verdacht, nach Atomwaffen zu streben. Die Regierung in Teheran argumentiert, das Programm diene lediglich friedlichen Zwecken wie der Energiegewinnung.

lan/AP/Reuters



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