Iran Ahmadinedschad wirft Westen Antisemitismus vor

Erneut hat Irans Präsident Ahmadinedschad eine verbale Salve gegen Israel losgelassen. Während seines Syrien-Besuchs suggerierte er vor Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Kultur, Juden sollten aus dem Nahen Osten verschwinden. Indirekt unterstellte er dem Westen eine antisemitische Haltung.


Teheran/Damaskus - Er frage sich, ob westliche Länder "Immigranten, die aus allen Teilen der Welt nach Palästina kamen", hereinlassen und ihnen den notwendigen Schutz bieten würden, oder ob die Immigranten "eine neue Welle des Antisemitismus in Europa auslösen" würden, sagte Ahmadinedschad heute in Damaskus. Juden würden nicht weiter in Israel leben, "wenn ihnen die Tore Europas geöffnet würden", zeigte sich der Präsident überzeugt.

Nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna äußerte sich Ahmadinedschad während seines Syrien-Besuches vor Repräsentanten aus Politik, Wissenschaft und Kultur in der Nationalbibliothek von Damaskus. Der Staatschef erklärte weiter, auf seine jüngsten Äußerungen, in denen er den Holocaust bezweifelte, habe der Westen nur mit Geschrei reagiert und ihm vorgeworfen, etwas gegen den Weltfrieden gesagt zu haben.

Ahmadinedschad hatte Ende vergangenen Jahres den nationalsozialistischen Judenmord als "Märchen" bezeichnet und die Tilgung Israels von der Landkarte gefordert. Der jüdische Staat sollte nach Europa oder Nordamerika verlegt werden, sagte der Präsident. Das iranische Außenministerium plant eine Konferenz zum "wahren Ausmaß" des Holocaust. Termin und Ort der Konferenz stehen aber noch nicht fest.



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