Irans geistliches Oberhaupt Khamenei schließt Verhandlungen mit Amerikanern aus

Die Rhetorik im Konflikt um das Atomabkommen mit Iran wird drastischer: US-Präsident Trump sei "einer Antwort nicht würdig", sagte Irans geistlicher Führer Ali Khamenei.

Ali Khamenei (rechts) und Shinzo Abe: Japans Regierungschef versucht, im Konflikt zu vermitteln
DPA

Ali Khamenei (rechts) und Shinzo Abe: Japans Regierungschef versucht, im Konflikt zu vermitteln


Irans Staatsoberhaupt, Ajatollah Ali Khamenei, hat Verhandlungen mit den USA kategorisch ausgeschlossen. "Der Iran vertraut den USA nicht." Das Land habe mit den Amerikanern bereits die bittere Erfahrung beim Atomabkommen gemacht und wolle diese nicht wiederholen, sagte er bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Teheran.

Abe hält sich derzeit in der iranischen Hauptstand auf, um im Konflikt zwischen Iran und den USA zu vermitteln. Das Atomabkommen von 2015, das eine iranische Atombombe verhindern soll, war von Iran mit den USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, China und Deutschland geschlossen worden. Es stellt die iranische Atomindustrie unter Kontrolle und sagt den Abbau westlicher Wirtschaftssanktionen zu.

Die USA stiegen vor einem Jahr einseitig aus der Vereinbarung aus und setzen Iran seitdem wieder mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck. Vor einem Monat stellte auch Iran das Abkommen infrage und setzte den anderen Vertragspartnern eine Frist bis zum 7. Juli, um die in dem Atomabkommen vereinbarten wirtschaftlichen Verpflichtungen zu erfüllen.

Khamenei: Trump "einer Botschaft oder Antwort nicht würdig"

Khamenei würdigte den guten Willen Japans. Aber US-Präsident Donald Trump sei "einer Botschaft oder einer Antwort nicht würdig", fügte er hinzu. Kein vernünftiges Land würde unter Druck und Sanktionen verhandeln wollen, sagte der Ajatollah, der laut Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen Irans hat.

Trump sei aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen. "Wieso sollte Teheran sich auf erneute Verhandlungen mit solch einer Person einlassen", fragte Khamenei. Außerdem sei es Trumps Ziel, einen Regimewechsel in Iran zu erzwingen. Den aber werde es nicht geben.

asa/dpa

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espressotime 13.06.2019
1.
Vollkommen richtige Aussage. Ein Mensch der diplomatische Verträge überall auf der Welt auflöst um Chaos anzurichten, gehört nicht auf ein diplomatisches Parkett. Keiner auf der Welt Wildbach der Pfeife von Trump pfeifen. Das muss der Blondschopf auch mal kapieren.
dgbmdss 13.06.2019
2. Trump ignorieren
..an Erdogan und dem Ajatollah sollte sich die EU ein Beispiel nehmen. Putin und Xiping lachen sich kaputt. Wenn die EU mal zusammenstehen würde,, könnte sie den Wirtschaftsimperialisten aus USA und China die Stirn bieten und eine glaubwürdige Mittelmacht sein.
spiegelneuronen 13.06.2019
3. Klar aber auch ziemlich üblich und rational.
Meldung aus IRNA – staatl. Nachrichtenagentur IRAN – zu Japans Premier Abe: ZITATBEGINN+++ Ayatollah Khamenei erwiderte: "Wir haben keine Zweifel an Ihrem (japanischen) guten Willen und Ihrer Ernsthaftigkeit, aber in Bezug auf das, was Sie vom US-Präsidenten zitiert haben, halte ich persönlich Trump nicht für würdig, Mitteilungen auszutauschen und ich habe und werde keine Antwort für ihn haben". +++ZITATENDE Link zur gesamten Meldung: https://de.irna.ir/news/83352075/Oberster-Führer-Iran-wird-nicht-mit-USA-verhandeln http://parstoday.com/de/news/iran-i47678-rohani_iran_wird_keinen_krieg_gegen_irgendein_land_beginnen Dies steht vor dem Hintergrund, dass die USA und IRAN keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Die Schweiz vertritt die Interessen von IRAN gegenüber den USA und ist der offizielle Mittler. Dass die USA entgegen der UN-Sicherheitsrat-Resolution und dem sogenannten Atomabkommen grundlos vertragsbrüchig wurden, sollte dabei beachtet werden. Bei jeder Bank wäre ein derartiger Vertragspartner als "kreditunwürdig" gekennzeichnet.
neutralfanw 13.06.2019
4. Nur diese Sprache versteht Trump
Man muss dem Iran zustimmen. (Er ist es nicht wert) Trump -die USA- ist einseitig aus dem Vertrag ausgestiegen. Dann hat man eine schlechte Position bei Verhandlungen. Unter Druck und Drohungen möchte niemand verhandeln. Die Europäer sollten dies auch so sehen. Die Drohungen Trump's werden auch Richtung EU massiver. Standhaft bleiben. Siehe China, Iran, usw.
ghorbani98 13.06.2019
5.
Mindestens Iran ist nicht wie Europär oder arabische Staaten zahnlos und ratlos. Die Amerikaner sollen lernen, dass sie nicht mit anderen Ländern so respektlos und arogant sprechen dürfen.
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