In Iran festgesetzter Tanker Angehörige sorgen sich um Crew der "Stena Impero"

Seit gut einem Monat befindet sich der britische Tanker "Stena Impero" in den Händen der iranischen Revolutionsgarden - 23 Besatzungsmitglieder werden festgehalten. Der Reedereichef forderte nun die Freilassung.

Ein Speedboat der iranischen Revolutionsgarden flankiert die "Stena Impero"
AFP

Ein Speedboat der iranischen Revolutionsgarden flankiert die "Stena Impero"


Vor etwa vier Wochen hat Iran den britischen Tanker "Stena Impero" beschlagnahmt. Seither fürchten die Angehörigen um die Zukunft der 23 Crewmitglieder. Reedereichef Erik Hånell hat nun die Freilassung der Besatzung gefordert. Die Familien der Mannschaft, deren Mitglieder aus Indien, Lettland, den Philippinen und Russland stammen, seien extrem besorgt, sagte Hånell bei einem Treffen mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in Stockholm. Die Reederei Stena Bulk berichtete auf ihrer Webseite am Mittwoch, es sei ein "konstruktiver Dialog" gewesen.

Sarif ist derzeit in Stockholm, um mit seiner schwedischen Amtskollegin sowohl die Zukunft des Wiener Atomabkommens als auch die Lage am Persischen Golf zu besprechen. Das Treffen mit dem Chef der Reederei Stena Bulk soll vorab nicht geplant gewesen sein, wurde aber von Sarif nicht abgelehnt. Die "Stena Impero" gehört zur schwedischen Stena Bulk, sie fährt allerdings unter britischer Flagge.

Der Tanker war vor gut einem Monat von den iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus festgesetzt worden. Die Meerenge liegt zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Am Dienstag begann in der südiranischen Hafenstadt Bandar Abbas ein Gerichtsverfahren, das die angeblichen Verstöße des Tankers im Persischen Golf untersuchen soll. Dieses Gericht soll dann auch entscheiden, wie und wann der Tanker wieder freigesetzt werden soll.

Iranisches Fernsehen zeigt Crewmitglieder der "Stena Impero": Ein Gericht soll entscheiden, wann der Tanker freigesetzt wird
AFP

Iranisches Fernsehen zeigt Crewmitglieder der "Stena Impero": Ein Gericht soll entscheiden, wann der Tanker freigesetzt wird

Nach Angaben aus Teheran hat das Schicksal der "Stena Impero" nichts mit der Freigabe des iranischen Supertankers in Gibraltar zu tun. Die "Adrian Darya 1" sei illegal festgesetzt worden, der britische Tanker habe jedoch gegen die maritimen Vorschriften im Persischen Golf verstoßen.

Der mit iranischem Öl beladene Tanker "Adrian Darya 1", der zuvor unter dem Namen "Grace 1" lief, war am Montag von Gibraltar abgefahren. Am Dienstag hatte das US-Außenministerium Griechenland und andere Mittelmeerländer gewarnt, dass Geschäfte mit dem Tanker einer Unterstützung von Terroristen entspräche.

Beobachter in Teheran glauben, dass es letztlich zu dem von Präsident Hassan Rohani schon zu Beginn der Krise vorgeschlagenen Austausch kommen werde: "Adrian Darya 1" für "Stena Impero". Nur werde Teheran voraussichtlich so lange warten, bis das eigene Schiff auch wieder sicher im Land sei.

asc/dpa

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