Persischer Golf Iranisches Elitekommando beschlagnahmt erneut Tanker

Iranische Staatsmedien melden, die Revolutionsgarden hätten erneut ein "ausländisches Schiff" im Persischen Golf festgesetzt. Der Tanker habe Öl in arabische Staaten schmuggeln wollen.

Iranische Soldaten unterwegs in der Straße von Hormus (Archivfoto) - die Meerenge im Persischen Golf ist strategisch bedeutend und wichtig für den Ölhandel
ATTA KENARE/ AFP

Iranische Soldaten unterwegs in der Straße von Hormus (Archivfoto) - die Meerenge im Persischen Golf ist strategisch bedeutend und wichtig für den Ölhandel


Die iranischen Revolutionsgarden haben nach Angaben von Staatsmedien erneut einen "ausländischen Tanker" beschlagnahmt. Das Schiff habe Kraftstoff geschmuggelt, berichteten iranische Staatsmedien.

Iran hatte bereits im vergangenen Monat zwei Schiffe in der Straße von Hormus, der Meerenge zwischen Persischem Golf und dem Golf von Oman, festgesetzt: den britischen Tanker "Stena Impero" und den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker "Riah". Die Vorfälle führten zu massiven Spannungen in der für den weltweiten Ölhandel zentralen Region. Die "Stena Impero" wird seither festgehalten.

Die Führung in Teheran hatte zuvor mehrfach mit Vergeltung für die Festsetzung eines iranischen Tankers durch die britische Marine gedroht. Diese hatte Anfang Juli die "Grace 1" vor Gibraltar aufgebracht. Der Tanker wird mit der Begründung festgehalten, er habe iranisches Öl nach Syrien transportieren wollen und damit gegen EU-Auflagen verstoßen.

Großbritannien will Einsatz mit USA

Nach dem Vorfall mit der Stena Impero drängt Großbritannien auf eine europäische Mission in der strategisch wichtigen Meerenge. Die neu formierte britische Regierung unter Premierminister Boris Johnson strebt nun einen europäisch geführten Einsatz unterstützt von den USA an.

Die USA haben Deutschland offiziell gebeten, sich an dieser Schutzmission zu beteiligen. Das hatte Streit in der Großen Koalition ausgelöst. Die SPD lehnt eine Mission im Persischen Golf ab. Aktuelle Spannungen seien auf den Austritt der USA aus dem Atomabkommen zurückzuführen, sagte der kommissarische SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich.

In der CDU hatten sich verschiedene Politiker für eine deutsche Teilnahme an einer Mission ausgesprochen, darunter die CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen und Jürgen Hardt. Bei einem Telefonat mit US-Verteidigungsminister Mark Espen war seine deutsche Amtskollegin Annegret Kramp-Karrenbauer allerdings unverbindlich geblieben.

Außenminister Heiko Maas (SPD) betonte zuletzt mehrfach, dass die Priorität Deutschlands "auf einer Deeskalation der Spannungen und diplomatischen Bemühungen" liege.

mfh/AFP/Reuters

insgesamt 314 Beiträge
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dirkcoe 04.08.2019
1. Wo bleibt die Diplomatie?
Warum schafft es die EU nicht, einen Gesprächskanal zu öffnen zwischen Iran und den USA? Das ist sehr viel wichtiger, als über den Einsatz von Kriegsschiffen zu diskutieren.
frankfurtbeat 04.08.2019
2. wenn ...
wenn es sich um Schmuggelware handelt dann haben die Iraner recht ... eventuell gar von iranischen Ölquellen abgezapft ... vielleicht gar inszeniert und organisiert um weitere Gründe für ... zu kreieren. Jetzt wird Roettgen wieder nach einem EInsatz rufen, Maas denkt erneut darüber nach und Annegret wartet auf den Befehl ...
robert.hammer 04.08.2019
3.
Öl in die Arabischen Emirate unterbinden, ich weiß ja nicht wo die sich bedienen. Aber mein erster Gedanke war wie wenn man Butter ins Allgäu schmuggeld. Da muss doch hinter der Nachricht mehr sein. Aber egal, Trump wird schon mit aller Härte reagieren im Sinne der nationalen Sicherheit :-)
Nils Melzer 04.08.2019
4. Solange Tanker beschlagnahmen
bis im Westen das Hirn wieder anfängt zu arbeiten? Verwegene Strategie. Aber wenn der britischen Pudel nicht Tanker gegen Tanker tauschen will, dann vielleicht 2 gegen einen? Hier wird ja auch gerne der erste Akt der Piraterie unterschlagen...
HeisseLuft 04.08.2019
5. Ist doch mal wirklich eine plausible Erklärung
Zitat von frankfurtbeatwenn es sich um Schmuggelware handelt dann haben die Iraner recht ... eventuell gar von iranischen Ölquellen abgezapft ... vielleicht gar inszeniert und organisiert um weitere Gründe für ... zu kreieren. Jetzt wird Roettgen wieder nach einem EInsatz rufen, Maas denkt erneut darüber nach und Annegret wartet auf den Befehl ...
Ja, bestimmt haben es die arabischen Golfstaaten dringen nötig Kraftstoff aus dem Iran zu schmuggeln. Klingt doch gleich auf den ersten Blick plausibel. Hingegen ist es ganz bestimmt nicht so, dass sich der Iran versucht Faustpfände zu verschaffen. /Ironie Ende
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