Einsätze im Irak Iran bestätigt eigene Luftangriffe auf IS-Stellungen

Iran hat sich erstmals zu eigenen Luftschlägen gegen IS-Terroristen im Irak geäußert. Sie seien mit der irakischen Regierung abgesprochen. Teheran lädt nun zu einer internationalen Konferenz "Gemeinsam gegen Gewalt und Extremismus".
Iranische Kampfjets (Archiv): "Verteidigung der Interessen unserer Freunde im Irak"

Iranische Kampfjets (Archiv): "Verteidigung der Interessen unserer Freunde im Irak"

Foto: Abedin Taherkenareh/ dpa

Teheran - Die iranische Regierung hat erstmals bestätigt, dass iranische Kampfflugzeuge Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) im Irak geflogen haben. Vize-Außenminister Ebrahim Rahimpur sagte am Freitag der britischen Zeitung "The Guardian" , Iran habe Luftangriffe zur "Verteidigung der Interessen unserer Freunde im Irak" geflogen.

Dabei handele es sich um die Regierung in Bagdad und die autonomen Kurdengebiete im Nordirak. Iran koordiniere seine Luftangriffe im Irak nicht mit den USA, sondern nur mit der irakischen Regierung, betonte Rahimpur.

US-Botschafter hält Zusammenarbeit zwischen Iran und Irak für zwingend

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Dienstag mitgeteilt, es habe Hinweise auf Angriffe iranischer Kampfjets auf IS-Stellungen. Teheran bestätigte das zunächst nicht. Der internationalen Koalition im Kampf gegen den IS gehört Iran nicht an.

Rahimpur sagte dem "Guardian", man werde nicht erlauben, "dass sich die Zustände im Irak derart verschlechtern wie in Syrien". Die Situation in Syrien sei durch "ausländische Kräfte" herbeigeführt worden. Irans Hilfe für den Irak sei stärker als die Unterstützung für Syrien, "weil sie uns näher sind".

Der amerikanische Botschafter in Baghdad, Stuart Jones, sagte, Iran sei ein wichtiger Nachbar des Irak. "Es muss eine Zusammenarbeit zwischen Iran und dem Irak geben." Man vertraue darauf, dass Iran sich für eine Deeskalation einsetzt.

Iran lädt zur Konferenz nach Teheran

Teheran versucht, sich bei der Bekämpfung gegen den IS zu profilieren. Nun wurde bekannt, dass Iran eine internationale Konferenz ausrichten wird. An der Tagung "Gemeinsam gegen Gewalt und Extremismus" am 9. und 10. Dezember in der Hauptstadt nehmen Vertreter aus über 40 Ländern teil. Darunter seien die Außenminister Syriens und des Iraks, sagte Konferenzleiter Mostafa Sahrani am Samstag.

Zugesagt hätten auch ehemalige Ministerpräsidenten und Außenminister aus Europa und dem arabischen Raum, sagte Sahrani auf einer Pressekonferenz. Aus den USA werden lediglich Politologen erwartet.

"Iran wurde in den letzten drei Jahrzehnten als Teil des Problems angesehen, jetzt aber als Teil der Lösung", sagte Sahrani. Da der IS ein globales Problem sei, müssten alle Staaten bei der Bekämpfung dieser Terrorgruppe zusammenarbeiten.

bim/Reuters/dpa/AFP