US-Präsident Trump Irankonflikt geht angeblich nicht um Öl

Im eskalierenden Streit mit Iran hat Donald Trump Vermutungen zurückgewiesen, dass es ihm ums Erdöl gehe. Man sei nicht auf Lieferungen über den Seeweg aus der Region angewiesen, twitterte der US-Präsident.

Man sei auf Öllieferungen über den Seeweg aus der Region nicht angewiesen, sagt Donald Trump zum Irankonflikt
Mike Theiler/REUTERS

Man sei auf Öllieferungen über den Seeweg aus der Region nicht angewiesen, sagt Donald Trump zum Irankonflikt


US-Präsident Donald Trump hat sich im zuspitzenden Konflikt mit Iran auf Twitter zu Wort gemeldet: Er wies Vermutungen zurück, es gehe in der Frage vor allem um Erdöl. "Die US-Aufforderung an den Iran ist sehr einfach - keine Atomwaffen und keine weitere Förderung von Terror", schrieb Trump auf Twitter.

Die USA seien als "größter Energieproduzent auf der Welt" nicht auf Öllieferungen über die Schifffahrtswege in der Region angewiesen. China, Japan "und viele andere Länder" bezögen dagegen große Teile ihres Öls von dort.

"Warum schützen wir also diese Schifffahrtswege für andere Länder (viele Jahre) für null Kompensation? Alle diese Länder sollten ihre eigenen Schiffe auf einer Reise schützen, die schon immer gefährlich war", schrieb Trump weiter.

In der eskalierenden Krise mit Iran ist die Sorge gewachsen, dass die Führung in Teheran die Straße von Hormus blockieren könnte - eine der wichtigsten Seestraßen überhaupt. Sie verbindet die ölreiche Golfregion mit dem offenen Meer.

Allianz gegen Teheran

Über die Strecke läuft ein großer Teil des weltweiten Öltransports per Schiff. Am 13. Juni hatten Angriffe auf zwei Öltanker in der Region die Spannungen den USA und dem Iran erheblich angeheizt.

Trump machte Iran verantwortlich. Die Führung in Teheran wies das zurück. Am Donnerstag vergangener Woche schoss Iran dann eine US-Drohne in der Gegend ab. Die USA bereiteten als Reaktion einen militärischen Angriff vor, den Trump nach eigenen Angaben kurz vorher stoppte.

Nun will Washington offenbar eine weltweite Koalition gegen Iran aufbauen. US-Außenminister Mike Pompeo sprach von "einer Koalition, die sich nicht nur über die Golfstaaten erstreckt, sondern auch über Asien und Europa". Diese solle bereit sein, den "größten Sponsor des Terrors auf der Welt" zurückzudrängen, sagte Pompeo vor einer Reise nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Mit beiden Ländern will er über eine gemeinsame Linie in der Iran-Frage reden.

mho/dpa



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