Bericht der "New York Times" Trump genehmigte Angriff auf Iran - zog Pläne dann aber wieder zurück

Donald Trump soll nach dem Abschuss einer US-Drohne durch Iran Vergeltungsangriffe bereits erlaubt haben. Doch laut einem Bericht der "New York Times" brach der US-Präsident die Aktion dann wieder ab.
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Foto: Evan Vucci/ AP

Offenbar in letzter Minute hat US-Präsident Donald Trump angeblich Luftschläge gegen Iran gestoppt. Flugzeuge seien bereits in der Luft und Schiffe in Position gewesen, es sei aber nicht geschossen worden. Das berichtet die "New York Times"  unter Berufung auf hochrangige US-Regierungsbeamte, die nicht namentlich genannt werden.

Bei der Militäraktion sollte es sich laut dem Bericht um Vergeltung für den Abschuss einer amerikanischen Aufklärungsdrohne durch Iran handeln. "Eine Handvoll iranischer Ziele" wie Radaranlagen oder Raketensysteme sollten offenbar bei der US-Militäraktion attackiert werden.

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Die Operation sei bereits in ihrem Anfangsstadium gewesen, als sie dann doch noch abgeblasen worden sei, berichtet die Zeitung. Weshalb es zu dem Abbruch kam, sei zunächst nicht bekannt. Unklar sei außerdem, ob die Aktion lediglich verschoben wurde.

Erwartet worden seien die Luftschläge am Donnerstagabend. Es seien Angriffe auf ausgewählte iranische Ziele geplant gewesen. Die "New York Times" berichtete, dass es am Donnerstag zunächst heftige Diskussionen im Weißen Haus zwischen dem Präsidenten, seinen höchsten Sicherheitsberatern und Kongressspitzen gegeben habe.

Weder das Weiße Haus noch das Pentagon wollten die Angriffspläne in der "New York Times" kommentieren. Es habe aber keine Bemühungen gegeben, die Veröffentlichung des Artikels zurückzuhalten, hieß es.

Trump über Drohnenabschuss: "Sie haben einen großen Fehler gemacht"

SPIEGEL ONLINE

US-Passagiermaschinen dürfen iranischen Luftraum nicht mehr überfliegen

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Donnerstag eine US-Aufklärungsdrohne vor der Küste des Landes abgeschossen. Teheran erklärte, das unbemannte Fluggerät habe den iranischen Luftraum verletzt, was Washington zurückweist. Der Vorfall weckte international neue Sorgen vor einer Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran.

Trump hatte den Abschuss der Drohne am Donnerstag als "sehr großen Fehler" bezeichnet. Auf die Frage nach einer möglichen Antwort der USA sagte er lediglich: "Sie werden sehen!" Auch äußerte der US-Präsident die Vermutung, dass menschliches Versagen hinter dem Abschuss stehen könne: "Ich kann kaum glauben, dass das Absicht war."

Die US-Luftfahrtbehörde verbot derweil Passagiermaschinen des Landes den Überflug über das Gebiet. US-Maschinen dürften bis auf Weiteres nicht den von Iran kontrollierten Luftraum über dem Persischen Golf und dem Golf von Oman durchqueren, teilte die Federal Aviation Administration am Donnerstag mit.

Grund seien "erhöhte militärische Aktivitäten und verschärfte politische Spannungen in der Region". Diese würden ein "Risiko" für US-Zivilflugzeuge darstellen, es gebe zudem die Gefahr von "Fehleinschätzungen" und Verwechslungen. "Der Abschuss eines unbemannten Fluggeräts der USA durch eine iranische Flugabwehrrakete macht das Risiko für die zivile US-Luftfahrt deutlich", warnte die Behörde.

als/AFP/dpa
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