Reaktion auf Trump Iran droht mit Urananreicherung "in den nächsten Wochen"

Die Reaktion aus Teheran folgt prompt: Nach dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen spricht Irans Präsident Rohani über eine mögliche Wiederaufnahme des Nuklearprogramms.
Iranischer Präsident Hassan Rohani

Iranischer Präsident Hassan Rohani

Foto: Ebrahim/ dpa

Irans Präsident Hassan Rohani hat in einer Fernsehansprache auf den Rückzug der USA aus dem Atomdeal reagiert: Er kündigte Verhandlungen mit anderen Ländern über die Zukunft des Abkommens an. Blieben diese ohne Ergebnis, würde das Land mit der Wiederaufnahme der Urananreicherung "in den nächsten Wochen" beginnen, sagte Rohani.

Iran werde sich zunächst mit China, Russland und dem EU-Trio Deutschland, Frankreich und Großbritannien beraten und dann über sein weiteres Vorgehen entscheiden, sagte Präsident Rohani in einer Fernsehansprache. Er machte deutlich, dass Iran die Urananreicherung wieder hochfahren könne, wenn es hart auf hart komme.

"Wir haben statt eines Abkommens mit sechs Staaten nun eines mit fünf", sagte Rohani. "Wir lassen nicht zu, dass Trump diesen psychologischen Krieg gewinnt."

US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor erklärt, dass die USA sich aus dem Atomdeal mit Iran zurückziehen. Die im Rahmen des Abkommens ausgesetzten Sanktionen sollen in voller Härte wieder zum Tragen kommen. Dafür kündigte Finanzminister Steven Mnuchin an, es gebe ein Zeitfenster von bis zu 180 Tagen, um den Geschäftsleuten ausreichend Zeit zu geben.

Rohani will Verhandlungen abwarten

Nach langen Verhandlungen hatten sich die Uno-Vetomächte, Deutschland und Iran am 14. Juli 2015 in Wien auf ein Abkommen geeinigt, das Teheran vom Aufbau einer Atomstreitmacht abbringen sollte. Dabei wurde eine kontrollierte Reduzierung iranischer Uranbestände vereinbart - und im Gegenzug eine Lockerung westlicher Sanktionen.

Nun könnte die Wiederaufnahme des Programms drohen: Mit der iranischen Atomorganisation sei bereits abgestimmt worden, dass die Urananreicherung im Notfall wieder unbegrenzt aufgenommen werde, sagte Rohani weiter. Aber zunächst werde das Land auf die Ergebnisse der Verhandlungen mit dem Quintett warten. In den nächsten Wochen würden iranische Diplomaten mit den fünf Verhandlungspartnern das Verfahren besprechen.

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Rohani hatte schon am Sonntag gesagt, dass die Reaktion des EU-Trios wichtiger sein werde als Trumps Entscheidung über das Abkommen. Besonders wolle Iran abwarten, wie sich die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU weiterentwickeln werde. Das Land steckt in einer ernsthaften Wirtschaftskrise und benötigt unbedingt die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU, besonders die Normalisierung der Bankbeziehungen.

mho/Reuters/AP/dpa