Iran Dutzende Mütter bei Mahnwache festgenommen

Ihre Kinder sind bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften im Sommer des vergangenen Jahres ums Leben gekommen - während einer öffentlichen Mahnwache wurden nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe in Iran jetzt 33 Mütter festgenommen. Mehrere der Frauen sollen dabei verletzt worden sein.


Teheran - In Iran sind nach Berichten einer Menschenrechtsgruppe 33 Frauen festgenommen worden, die eine Mahnwache für ihre bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften getöteten Kinder abhielten. Die Mütter seien während ihrer wöchentlichen Kundgebung am Samstag von Sicherheitskräften eingekreist und ins Gefängnis gebracht worden, erklärte die Internationale Kampagne für Menschenrechte in Iran. Neun der Frauen hätten nach der Festnahme ärztlich behandelt werden müssen. Die Menschenrechtsgruppe forderte eine sofortige Freilassung der Frauen.

Unterdessen meldete die iranische Agentur Fars, dass der Spionageprozess gegen die angeklagte Französin Clotilde Reiss am Samstag zu Ende gehen soll. Die Französin war angeklagt worden, nachdem sie zugegeben hatte, an den Protesten gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad am 12. Juni 2009 teilgenommen und der französischen Botschaft in Teheran einen Bericht übergeben zu haben. Nach wochenlanger Haft war sie im August gegen Kaution in die Botschaft ihres Landes entlassen worden, darf aber Iran bisher nicht verlassen.

anr/DAPD/dpa

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