Persischer Golf Iran startet erneut Militärmanöver

Konfrontation am Persischen Golf: Zeitgleich mit der Ankunft eines US-Flugzeugträgers hat Iran ein Militärmanöver durchgeführt. Das Land hatte schon mehrfach mit einer Blockade der wichtigen Ölexport-Route gedroht.

Truppen der Revolutionsgarden (IRGC) auf der Insel Gheschm
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Truppen der Revolutionsgarden (IRGC) auf der Insel Gheschm


Iran hat parallel mit der Ankunft eines US-Flugzeugträgers ein Militärmanöver am Persischen Golf abgehalten. An den Übungen nahmen Medienberichten zufolge Bodentruppen der Revolutionsgarden (IRGC) sowie Hubschrauber und Drohnen teil.

Manöver der Revolutionsgarden in der Nähe der Straße von Hormus sind brisant. Irans Präsident Hassan Rohani hat schon zweimal mit einer Blockade der Ölexport-Routen dort gedroht, falls die USA im Zuge ihrer Iran-Sanktionen Ölexporte aus dem Land blockieren sollten. Fast ein Drittel der weltweiten Ölexporte wird durch die Straße von Hormus am Persischen Golf verschifft.

"Vernichtende Antwort"

Bei dem Manöver sollen auch Raketen getestet worden sein. Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB handelte es sich um Tests von Kurzstrecken-, laut Nachrichtenagentur Fars aber um Mittelstreckenraketen. In dem IRIB-Bericht waren jedoch keine Aufnahmen von Tests mit Mittelstreckenraketen zu sehen.

Die Revolutionsgarden übten diesmal auf der Insel Gheschm am Eingang zum Golf. Diese Übungen würden den Feinden hoffentlich vor Augen führen, "wie vernichtend unsere Antwort auf jedwede Aktion von ihnen wäre", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Irna den Chef der Revolutionswächter, General Mohammad Ali Dschafari.

US-Zerstörer im persischen Golf
DPA

US-Zerstörer im persischen Golf

Die Insel liegt unmittelbar vor dem iranischen Festland und in Nähe der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Diese Meerenge musste auch der US-Flugzeugträger "USS John C. Stennis" auf seiner Fahrt in den Persischen Golf passieren.

Der US-Flugzeugträger war am Freitag in den Golf eingefahren. Er wurde dabei von Schnellbooten der Revolutionswächter beschattet. Nach Angaben einer Sprecherin der US-Marine feuerten Schnellboote auch Raketen ab, allerdings nicht in Richtung der US-Schiffe. Dies sei wohl im Rahmen des Manövers geschehen, sagte die Sprecherin.

"Wirtschaftsterrorismus"

US-Präsident Donald Trump hatte das Atomabkommen mit Iran von 2015 im Mai gekündigt und hatte Anfang August und Anfang November neue Sanktionen verhängt. Ziel des US-Präsidenten ist es, die iranischen Ölexporte auf Null zu senken.

Die anderen Unterzeichnerstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China bemühen sich aber, das Atomabkommen zu retten und den Handel fortzuführen. Die erneuerten Wirtschaftssanktionen haben Iran in eine Finanzkrise gestürzt. Die Landeswährung hat mehr als 60 Prozent an Wert verloren.

Rohani hatte Trump wegen seiner Sanktionspolitik wiederholt scharf kritisiert. "Die nach dem Ausstieg aus dem Atomdeal verhängten Sanktionen sind Wirtschaftsterrorismus", sagte Rohani auf einer Konferenz gegen Terrorismus in Teheran. Trump sei "Spitzenreiter in der Welt" bei der Verletzung internationaler Abkommen.

Zugleich warnte Rohani die Europäer vor den Folgen der Sanktionen. Wenn die Fähigkeit seines Landes eingeschränkt werde, Drogen und Terrorismus zu bekämpfen, drohe westlichen Ländern eine "Flut von Drogen, Asylbewerbern, Bomben und Terrorismus".

koe/dpa/Reuters



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