Militärübung Iran feuert Raketen in der Wüste ab

Großmanöver in der Wüste: Bei der Übung "Großer Prophet-7" haben die iranischen Revolutionsgarden Raketen abgeschossen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur sollen auch Flugkörper mit großer Reichweite gezündet werden.
Abschuss einer Kurzstreckenrakete: Übung "Großer Prophet-7" in der iranischen Wüste

Abschuss einer Kurzstreckenrakete: Übung "Großer Prophet-7" in der iranischen Wüste

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AFP/ ISNA

Teheran - Es ist ein umfangreiches, dreitägiges Manöver, das Iran in der Wüste abhält, es soll die Stärke Teherans demonstrieren. Nach Angaben der Presseagentur dpa ließ Teheran am Dienstag mehrere Raketen testen. Sie bezog sich auf Berichte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Danach haben die Revolutionsgarden erfolgreich mehrere Raketentypen im Südosten des Landes gezündet.

Die Übung in der Wüste simuliere den Angriff eines feindlichen Militärstützpunkts, berichtete die Agentur AFP bereits am Montag. Diese berief sich ebenfalls auf Irna. Bei dem Test mit dem Namen "Großer Prophet-7" sollen demnach "Dutzende Raketen" unterschiedlicher Reichweite auf die "Nachbildung eines Luftwaffenstützpunkts" abgefeuert werden. Irna zufolge sollen auch Schahab-3-Raketen getestet werden, deren große Reichweite Israel und die US-Militärbasen in der Region bedroht.

Das Manöver wurde am Sonntag von den Revolutionswächtern angekündigt - dem Tag, an dem das Ölembargo der EU gegen Iran in Kraft trat. Die Regierung in Teheran soll mit den Öl-Sanktionen zu mehr Zugeständnissen in den festgefahrenen Atomverhandlungen bewegt werden.

Iran wird verdächtigt, heimlich Atomwaffen zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund hatten Israel und die USA zuletzt auch militärische Optionen gegen Iran nicht mehr ausgeschlossen.

Expertenrunde in Istanbul

Iran verfügt über Flugkörper, die angeblich 2000 Kilometer weit bis nach Israel fliegen können. Das iranische Militär hatte im Atomstreit mit dem Westen wiederholt damit gedroht, die für die weltweite Ölversorgung wichtige Straße von Hormus zu blockieren.

Nach den zuletzt erfolglosen Verhandlungsrunden über das umstrittene iranische Atomprogramm treffen sich am Dienstag in Istanbul Experten der sogenannten 5+1-Gruppe und Irans. Sie sollen verhindern, dass die Gespräche zur Lösung des Atomstreits gänzlich zum Erliegen kommen. Die fünf ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats - USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China - sowie Deutschland wollen Teheran überzeugen, seine Urananreicherung auf einen Reinheitsgrad von 20 Prozent einzustellen.

heb/dpa/AFP/dapd
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