Teheran Iranische Fußballfans protestieren gegen das Regime

Esteghlal Teheran hat Tractor Sazi Täbris 3:0 besiegt. Doch das Ergebnis geriet zur Nebensache: Rund um das Spiel haben Tausende Iraner ihrer Wut auf das Regime Luft gemacht.
Fans im Azadi-Stadion (Archivbild)

Fans im Azadi-Stadion (Archivbild)

Foto: EPA/ REX/ Shutterstock

Azadi-Stadion - Stadion der Freiheit - heißt das größte Fußballstadion in Iran. Am Freitag haben in der Arena in Teheran Tausende Fußballfans für mehr Freiheit demonstriert. Am Rande des Ligaspiels zwischen Esteghlal Teheran und Tractor Sazi Täbris riefen sie unter anderem Slogans wie "Tod dem Diktator" - gemeint ist der oberste politische und religiöse Führer des Landes, Ajatollah Ali Khamenei.

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Videos der Sprechchöre verbreiteten sich rasch über die sozialen Medien. Offenbar initiierten die Fans aus Täbris die Proteste. Später stimmten Anhänger der Heimmannschaft aus der Hauptstadt in die Sprechchöre ein.

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Die Proteste begannen lange vor Spielbeginn. Sicherheitskräften gelang es, die Lage vor Anpfiff weitgehend unter Kontrolle zu bringen. Doch auch während des Spiels, das live im Staatsfernsehen übertragen wurde, riefen Fans Slogans gegen das Regime. Das zeigen Videos aus dem Stadion. Nach Angaben von Fernsehzuschauern aus Iran soll das Staats-TV den Ton aus dem Stadion in manchen Phasen heruntergedreht oder ganz abgestellt haben - offenbar in den Momenten, in denen die regimekritischen Parolen gerufen wurden.

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Iranische Medien haben von Auseinandersetzungen zwischen den Fans der beiden Teams berichtet, nicht aber über die Proteste gegen die Staatsführung.

Das Spiel endete 3:0 für Esteghlal Teheran. Die Mannschaft wird vom deutschen Coach Winfried Schäfer trainiert.

In zahlreichen iranischen Städten demonstrieren seit Monaten Tausende gegen das Regime. Sie werfen der Staatsführung eine verfehlte Wirtschaftspolitik, Korruption und Gängelung vor. Die seit Monaten anhaltende Dürre in weiten Landesteilen und die Wiedereinsetzung der US-Sanktionen haben die Lage zusätzlich verschärft.

syd/dpa