Konflikt mit Iran Großbritannien hofft auf US-Unterstützung

Großbritannien wirbt für eine europäisch geführte Marinemission zum Schutz von Tankern im Persischen Golf. Für den Erfolg der Aktion sei die Hilfe der USA wichtig, sagte der britische Außenminister Dominic Raab nun.

Der britische Öltanker "Stena Impero": London schließt einen Tanker-Tausch mit Iran aus
DPA

Der britische Öltanker "Stena Impero": London schließt einen Tanker-Tausch mit Iran aus


Nach Angriffen auf Öltanker in der Straße von Hormus haben die USA Verbündete zu einem gemeinsamen Einsatz aufgerufen. Auch Großbritannien sieht Handlungsbedarf und setzt dabei auf eine europäische Mission. Ganz ohne Unterstützung aus Washington wird diese laut dem britischen Außenminister Dominic Raab wohl nicht auskommen.

Auf die Frage, ob er bei der angestrebten Mission auf US-Hilfe hoffe, antwortete der konservative Politiker in der britischen BBC, er setze sich für einen europäisch geführten Einsatz ein. Damit dieser jedoch "realisierbar und effektiv" sei, wäre die Unterstützung der USA wichtig.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am 19. Juli die unter britischer Flagge fahrende "Stena Impero" nahe der Straße von Hormus gestoppt, weil sie in einen Unfall mit einem Fischerboot verwickelt gewesen sein soll. Wegen des Vorfalls schlug Großbritannien die EU-Marinemission zur Sicherung der Schifffahrt in der Seestraße von Hormus vor.

Während sich Frankreich und Deutschland zurückhaltend äußerten, begann die britische Fregatte "Montrose", britische Handelsschiffe zu eskortieren. Am Sonntag traf mit dem Zerstörer "Duncan" zudem ein zweites britisches Marineschiff in der Golfregion ein.

Während die Gespräche über eine EU-Mission noch laufen, will die "Süddeutsche Zeitung" erfahren haben, dass London womöglich bereits andere Pläne verfolgt. So sollen die Briten in einer Truppenstellerkonferenz in den USA angedeutet haben, sich an der von den USA geplanten Operation "Sentinel" in einer führenden Rolle beteiligen zu wollen. Eine Bestätigung dazu gab es zunächst nicht.

Kein Tanker-Tausch mit Iran

Einen Öltanker-Tausch mit Iran hatte Außenminister Raab zuvor abgelehnt. "Es gibt kein Quid pro quo", sagte er der BBC. "Es geht hier nicht um einen Tauschhandel." Vielmehr gehe es um internationales Recht und dessen Einhaltung. Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte vergangene Woche einen Tausch der gegenseitig festgehaltenen Öltanker vorgeschlagen.

Die Festsetzung der "Stena Impero" wurde als Vergeltung für die Beschlagnahmung eines iranischen Tankers durch die britische Marine gedeutet. Diese hatte Anfang Juli die "Grace 1" vor Gibraltar festgesetzt. Der Tanker wird festgehalten, weil er iranisches Öl nach Syrien habe transportieren wollen und damit gegen EU-Auflagen verstoßen haben soll. Iran bestreitet das allerdings.

asc/Reuters



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