Irans Nuklearprogramm IAEA-Experten bezweifeln Explosion in Atomanlage

Die Internationale Atomenergiebehörde und Iran sind sich ausnahmsweise einig: Gerüchte über eine Explosion in der unterirdischen Anlage von Fordo seien falsch.

Wien - Experten der Internationale Atomenergiebehörde IAEA halten die Gerüchte über eine angebliche Explosion in der iranischen Kernforschungsanlage Fordo für unzutreffend. Teherans Dementi "eines Vorfalls" in der unterirdischen Urananreicherungsanlage "stimmt mit unseren Beobachtungen überein", sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP.

In Diplomatenkreisen hieß es, die IAEA habe ihre Informationen direkt von Atominspektoren mit Kenntnissen der gut abgeschirmten Anlage bezogen. Zuvor hatten internationale Medien unter Berufung auf israelische Geheimdienstinformationen über eine Detonation in Fordo spekuliert.

Die USA und Europa werfen der Regierung in Teheran vor, heimlich an der Entwicklung von Kernwaffen zu arbeiten. Iran hingegen behauptet, das nationale Atomprogramm diene lediglich zivilen Zwecken.

In Fordo wird Uran in mehr als 2000 Zentrifugen auf 20 Prozent angereichert. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Freitag einen ungenannten EU-Diplomaten zitiert, wonach die Anlage ihren Ausstoß kurzfristig vervierfachen könne.

Vor allem der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat immer wieder vor der vermeintlichen Gefahr durch das auf 20 Prozent angereicherte Uran gewarnt. Einem IAEA-Bericht zufolge verfügte Iran im November vergangenen Jahres über 135 Kilogramm solchen Materials. Für eine Atombombe bräuchte man etwa 250 Kilogramm, die außerdem auf 90 Prozent angereichert werden müssten.

als/AP
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