Iran-Irak Nachbarschaftshilfe beim Demokratie-Prozess

Einst bittere Feinde, jetzt angeblich gute Nachbarn: Iran hat dem Irak jede Unterstützung auf dem Weg in die Demokratie zugesichert. Vorwürfe, Iran unterstütze nicht die Regierung sondern die Aufständischen im Nachbarland, wies Teheran vehement zurück.


Teheran - "Wir unterstützen vollständig den politischen Prozess, den die irakische Nation durchläuft", sagte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad nach einem Treffen mit seinem irakischen Kollegen Dschalal Talabani in Teheran. Es war der erste Besuch eines irakischen Staatschefs in Iran seit vierzig Jahren. Die beiden Länder hätten "eine Seele in zwei Körpern", sagte Ahmadinedschad. Der Iran unterstütze die demokratische Entwicklung im Irak. "Ein demokratischer, unabhängiger und entwickelter Irak wird der beste Freund des Irans werden", sagte er.

Ahmadinedschad und Talabani: "eine Seele in zwei Körpern
DPA

Ahmadinedschad und Talabani: "eine Seele in zwei Körpern

Den Vereinigten Staaten warf er vor, den Ausbau der Beziehungen zwischen den beiden von schiitischen Muslimen dominierten Staaten zu blockieren. Ahmadinedschad wies in diesem Zusammenhang Vorwürfe zurück, der islamische Religionsstaat unterstütze Aufständische im Irak. Talabani erklärte, er sei sich sicher, "dass wir die Zusammenarbeit der iranischen Regierung in unserem Kampf gegen den Terrorismus haben werden".

Im Iran leben wie im Irak überwiegend schiitische Moslems. Viele irakische Sunniten sehen führende irakische Schiiten wie Ministerpräsident Ibrahim Al-Dschaafari als Marionetten Irans, weil sie während der Herrschaft von Saddam Hussein dort im Exil lebten. Der Aufstand gegen die irakische Regierung wird zwar überwiegend von Sunniten geführt. Die irakische Regierung, die USA und Großbritannien haben Iran jedoch vorgeworfen, schiitische Aufständische zu unterstützen. Die britische Regierung hat konkret Irans Eliteeinheit Revolutionäre Garden vorgeworfen, panzerbrechende Granaten geliefert zu haben, die im Irak gegen britische Soldaten eingesetzt worden seien. Iran wies die Vorwürfe zurück.

Unter dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein führte der Irak in den achtziger Jahren Krieg gegen den Iran.



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