Annäherung an Iran London will Botschaft in Teheran wieder öffnen

Seit 2011 sind die Türen der britischen Vertretung in Iran geschlossen. Außenminister William Hague kündigte jedoch neue Gespräche an, die zu einer Wiedereröffnung der Botschaft führen könnten. In den nächsten Monaten stünden "ungewöhnlich bedeutsame" Entscheidungen auf dem Plan.

Stürmung der britischen Botschaft im Jahr 2011: Die Vertretung soll wieder öffnen
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Stürmung der britischen Botschaft im Jahr 2011: Die Vertretung soll wieder öffnen


London - Die britische Botschaft in Teheran soll wieder öffnen. Wie der britische Außenminister William Hague am Dienstag bekanntgab, stehe er mit Iran in Verhandlungen, die zu einer diplomatischen Annäherung führen könnten. Die nächsten Monate "könnten ungewöhnlich bedeutsam sein", kommentierte Hague die Gespräche. Während der Uno-Generaldebatte traf sich Hague zuletzt mit dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif in New York.

Die beiden Länder würden jetzt Diplomaten bestimmen, deren Aufgabe der Aufbau von Beziehungen sei, die zur Wiedereröffnung beider Botschaften führen könnten, sagte Hague im britischen Parlament.

Die britische Regierung hat seit 2011 keine Botschaft in Teheran. Ende November 2011 hatten Studenten aus Ärger über britische Sanktionen die Botschaft gestürmt, die iranische Regierung stritt jegliche Beteiligung ab. London evakuierte daraufhin seine Staatsbürger und wies alle iranischen Diplomaten aus Großbritannien aus.

Irans Präsident Rohani weckt Hoffnungen auf Annäherung

Laut Hague müsse Iran in der Atomfrage nun "enorme Veränderungen" vorweisen, wenn es den Westen zur Erleichterung von Sanktionen bewegen wolle. Die Zukunft der britisch-iranischen Beziehungen hänge von konkreten Schritten beider Seiten ab. Hague sagte aber auch, dass immer noch verschiedene Machtzentren in Iran um die Vorherrschaft kämpfen würden.

Die Wahl des neuen iranischen Präsidenten Hassan Rohani hat die Hoffnung auf eine Entspannung der Beziehungen zwischen Iran und dem Westen genährt; sogar eine Einigung im Streit über das Atomprogramm wird wahrscheinlicher.

Zuletzt hatte ein Telefonat von Rohani mit dem US-Präsidenten Barack Obama für positive Reaktionen gesorgt. Am 15. Oktober gehen in Genf die Gespräche über das Atomprogramm in die nächste Runde - nachdem sie schon gescheitert schienen. EU-Diplomaten schließen jedoch aus, Sanktionen aufzuheben, bevor Iran nicht zumindest einen Stopp der Uran-Anreicherung anbiete.

asp/Reuters/AP

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zeyfor 09.10.2013
1. Endlich
mal ein positives Signal für ein normales Verhältnis. Ich weiß von meimem Vater das es sogar mal eine Fernbuslinie gab. Vielleicht kann man irgendwann mal auch Urlaub im Iran machen
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