Iran-Konflikt Atomstreit soll nicht vor den Uno-Sicherheitsrat

Der Streit um das iranische Atomprogramm soll vorerst nicht vor dem Uno-Sicherheitsrat verhandelt werden. Die EU wolle Russland mehr Zeit lassen, um in dem Konflikt zu vermitteln, hieß es aus Diplomatenkreisen.


Wien - Die EU und die USA wollen in dem Konflikt mit Teheran um das iranische Atomprogramm in dieser Woche nach Angaben von Diplomaten von einer Anrufung des Uno-Sicherheitsrats absehen. Bei der Sitzung des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Donnerstag werde eine Überweisung an das Uno-Gremium nicht verlangt werden, sagte ein westlicher Diplomat in Wien. Das EU-Verhandlungstrio Deutschland, Frankreich und Großbritannien wolle Russland Raum geben, um den Streit zu schlichten.

Die EU, die USA und Russland hielten jedoch den Druck auf Iran aufrecht, damit das Land sich nach den IAEA-Statuten richte und die Verhandlungen über sein Atomprogramm wieder aufnehme, hieß es weiter. Die Verhandlungen waren abgebrochen worden, nachdem der Iran im August die Uran-Konversion wieder aufgenommen hatte. Die IAEA hatte daraufhin am 24. September eine Resolution verabschiedet, in der Teheran aufgefordert wurde, die Konversion zu stoppen und IAEA-Inspektoren uneingeschränkten Zugang zu seinen Atomanlagen zu ermöglichen. Die Resolution ermöglicht auch eine Befassung des Uno-Sicherheitsrats.

Inzwischen hat Russland angeboten, die Uran-Anreicherung für den Iran zu übernehmen, um die Möglichkeit einer Nutzung des Atomprogramms zum Bau von Waffen auszuschließen. Je nach Grad der Anreicherung kann Uran zivil genutzt oder für den Bau von Atomwaffen verwendet werden. Vor allem die USA werfen Teheran vor, unter dem Mantel eines zivilen Atomprogramms den Bau von Nuklearwaffen anzustreben.



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