Iran-Konflikt Teheran will weitere Atomkraftwerke bauen

Mitten im Streit um das iranische Atomprogramm hat der Vize-Chef der iranischen Atomenergie-Organisation bekannt gegeben, sein Land wolle zwei weitere Atomkraftwerke bauen. Daran könnten sich in- und ausländische Firmen beteiligen.


Teheran - Der Auftrag für die beiden weiteren 1000-Megawatt-Atomkraftwerke solle in den kommenden zwei Monaten international ausgeschrieben werden, sagte der stellvertretende Chef der iranischen Atomenergie-Organisation. Wo die Kraftwerke genau gebaut werden sollen, sagte er nicht.

Das iranische Atomprogramm ist international höchst umstritten. Die USA und die EU vermuten dahinter die Entwicklung von Atomwaffen und fordern einen Stopp der Urananreicherung. Die Islamische Republik bestreitet die Vorwürfe.

In den vergangenen Jahren hat der Iran zwei 12.500-Megawatt-Kraftwerke gebaut. Zudem wird das erste 1000-Megawatt-Atomkraftwerk zurzeit mit russischer Hilfe in der südiranischen Hafenstadt Buschehr gebaut. Es soll Ende 2007 ans Netz gehen. Russland hatte zuvor bereits Interesse bekundet, in dem Land weitere Anlagen zu bauen.

Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UN) und Deutschlands sollen sich am Donnerstag zu Beratungen über ein Maßnahmen-Paket treffen, das den Iran zur Aufgabe der Atomanreicherung bewegen soll. Der Iran will nach eigenen Angaben die Atomanlagen nur zur Stromgewinnung nutzen. Dem Maßnahmenpaket hat er bereits eine Absage erteilt und erklärt, keinerlei Anreize würden die Regierung zum Verzicht auf ihr Recht auf eine Anreicherung von Uran bringen.

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Mohamed al-Baradei, hatte am Vortag erklärt, der Iran stelle trotz seines Nuklearprogramms derzeit keine atomare Bedrohung dar. Die Welt dürfe die im Irak gemachten Fehler nicht wiederholen.

asc/Reuters



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