Irankonflikt US-Militärmission in Straße von Hormus hat begonnen

Sie soll den Schiffsverkehr schützen: Die US-Militärmission in der Straße von Hormus läuft nach amerikanischen Angaben bereits. Drei weitere Länder machen demnach mit.

Satellitenbild der Straße von Hormus: Die Lage könnte sich weiter verschärfen
Nasa

Satellitenbild der Straße von Hormus: Die Lage könnte sich weiter verschärfen


Die US-geführte Militärmission zum Schutz des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ist nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums bereits im Einsatz. Neben den USA seien auch Großbritannien, Australien und Bahrain an der Mission beteiligt, sagte Verteidigungsminister Mark Esper.

Das Ziel sei es, die freie Schifffahrt in der für den globalen Handel bedeutenden Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer zu garantieren. Zudem gehe es darum, "Provokationen zu verhindern und einen Konflikt in der Region zu vermeiden", sagte Esper. Die USA wollten keinen Konflikt mit Iran, betonte der Minister. Der Minister machte zunächst keine genauen Angaben, wie viele Schiffe und Soldaten an der Mission beteiligt sind.

Der unter britischer Flagge fahrende Tanker "Stena Impero" ist seit Juli von Iran festgesetzt
Morteza Akhoundi/DPA

Der unter britischer Flagge fahrende Tanker "Stena Impero" ist seit Juli von Iran festgesetzt

Der Konflikt zwischen Iran und den USA hatte die Sicherheitslage in der Straße von Hormus im Persischen Golf zuletzt dramatisch verschlechtert.

Die USA seien zudem mit mehreren anderen Ländern im Gespräch und würden davon ausgehen, dass sich noch weitere Staaten der "Operation Sentinel" (deutsch: Operation Wächter) anschließen würden, sagte Esper. Die Bundesregierung hatte eine Anfrage Washingtons zur Teilnahme an der US-Mission zurückgewiesen und stattdessen für eine separate Beobachtermission der Europäischen Union geworben.

Irankonflikt im Persischen Golf

Der Konflikt zwischen Iran und mehreren westlichen Staaten schwelt seit mehreren Wochen. Die USA machen Iran für diverse Attacken auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich, was die Führung in Teheran bestritt.

Im Juli hatte Iran den unter britischer Flagge fahrenden Tanker "Stena Impero" in der Straße von Hormus festgesetzt und bis heute nicht freigegeben. Zuvor hatte Großbritannien einen iranischen Tanker wegen des Verdachts der illegalen Öllieferung an Syrien auf Gibraltar festgesetzt.

Erst in der vergangenen Woche hatte das Schiff Gibraltar wieder verlassen dürfen, obwohl die USA bis zuletzt versucht hatten, dies zu verhindern. Wegen mutmaßlichen Verstößen gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze und Terrorismusstatuten hatte ein US-Bundesgericht sogar versucht, das Schiff beschlagnahmen zu lassen. Gibraltars Regierung hatte das jedoch zurückgewiesen.

Hinter den Spannungen zwischen Iran und den USA steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran weist das zurück.

hba/dpa

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fblars 28.08.2019
1. Seeziele
Wenn der Iran Ernst macht, ist die Operation schneller beendet als die USA gucken können. Das Gebiet ist so eng, die gesamte Flotte ist auf dem Präsentierteller.
McTitus 29.08.2019
2. Diese Militärische Aktion...
... wird den Konflikt weiter verschärfen. Sie verhindert keine Provokation, sie ist eine. Und wenn immer so gerne von einer Irankrise gesprochen wird, stellt sich für mich die Frage: warum kommt eigentlich niemand auf die Idee die Krise der westlichen Demokratien für diese Entwicklung verantwortlich zu machen? Der Iran war seit mindestens 30 Jahren schon auf dem Weg für den Westen ein sehr berechenbares und umgängliches Gegenüber zu werden. Bis diese fleischgewordene politische Zumutung namens Trump nach oben gespült wurde und in gefühlt jeder zweiten Demokratie dieses Planeten nahezu exakte Kopien dieses Typen auf der Bildfläche erschienen sind. Es sind diese Demokratien im Zustand des Wachkomas, denen keiner mehr trauen kann. Der Iran kommt einem im Vergleich dazu wie der Einäugige unter den Blinden vor.
mafey 29.08.2019
3.
Worum es im Irankonflikt geht ist doch wohl allen bekannt: Seit dem vom CIA lancierten Putsch gegen einen demokratisch gewählten Präsidenten der Republik Iran in 1953 (ja das hatten sie schon, was man ihnen jetzt angeblich bringen will) geht es nur um den Zugang zum iranischen Öl und den Milliarden Gewinnen die dann winken. Das undankbare iranische Volk hatte in 1953 oder davor die Frechheit besessen, einen Präsidenten zu wählen, der die Nationalisierung der Ölvorkommen anstrebte und die englische Kolonialvorherrschaft ablehnte. Das hat ihnen dann den US freundlichen Diktator, den Schah von Persien beschert, den keiner haben wollte. Leider haben dann langfristig die Mullahs daraus Kapital geschlagen und die islamische Revolution mit Gründung des islamischen Staates durchgesetzt. Seitdem versuchen die Israelis und die Neokons (Ableger der Republikaner in den USA) alles, um den Iran in einem Krieg, auch prophylaktischer Atomschlag nach Israels Vorstellung, zu besiegen. Nachdem die Anstiftung von Sadam Hussein (Irak) zum Krieg gegen den Iran außer Millionen Toten nichts brachte, versucht man es nun auf die direkte Intervention hinauslaufen zu lassen. Es gibt offene Befürworter eines Krieges gegen den Iran nicht nur im republikanischen Lager. Trump zögert noch, da dies bei seinen Wählern nicht gut ankäme. Man braucht noch ein bißchen mediale Empörung durch false flag operation und fake news. Irgendwas muss man den Iranern in die Schuhe schieben, was dann die amerikanische Öffentlichkeit so aufbringt, dass ein Kriegseinsatz realistisch möglich wird. Die mediale Einstimmung wird gerade eröffnet. Da man keine Verletzungen des Atomabkommens mit dem Iran nachweisen konnte, hat man das eben unter anderem Vorwand gekündigt. Nun werden alle Register gezogen: fingierte oder provozierte Schiffblockaden, Wirtschaftssanktionen, die die Bevölkerung gegen die iranische Regierung aufbringen und einen erneuten CIA oder Militär gestützten Machtwechsel in Gang bringen sollen, so wie auch in Venezuela. All dies ist übelste Kriegstreiberei und massive unerlaubte Einmischung in innenpolitische Vorgänge eines anderen Landes. Ach ja, was die aussenpolitischen Aktivitäten des Iran in seinen Nachbarländern angeht, so braucht man nur mal mit Saudi Arabien zu vergleichen, um zu sehen, wo die wahren islamistischen Übeltäter sitzen. Iran hat in seiner neueren Geschichte jedenfalls noch nie einen Nachbarschaftskrieg angefangen.....
hamburgwolfgang 29.08.2019
4. Donald Trump versucht doch auch hier wieder
mit aller Macht zu verhindern, dass es zu einer Deeskalation kommt. Er will es mit Gewalt. Es fing doch schon mit dem einseitigen Austritt aus dem Atomabkommen und den Sanktionen gegen den Iran an, mit anschließender Erpressung der anderen Staaten , wenn sie da nicht mitmachen. Dabei ging es ihm nicht um das Atomabkommen als solches, sondern nur darum das, was sein Vorgänger verhandelt hat für ungültig zu erklären. Er hat ja bei allen anderen Verhandlungen bewiesen, dass er kein zuverlässiger Partner ist. Wenn er heute für Verträge schließt, gelten sie für ihn morgen nicht mehr. Beweise hat er genug dafür geliefert. Ich verstehe nicht, dass überhaupt noch irgendeiner auf der Welt mit ihm verhandelt. Die sollten ihn alle links liegen lassen. Das wäre die einzige vernünftige Art auf ihn zu reagieren. Dann kommt auch ein Donald Trump , der überhaupt nichts von Politik, außer Rambomanieren versteht nicht mehr weit.
protagon 29.08.2019
5. Lustig...
"Hinter den Spannungen zwischen Iran und den USA steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran weist das zurück." Kein Wort über die Aufkündigung des JCPOA (der genau diesen Vorwurf neutralisieren sollte) durch die Amerikaner? Im Ernst? Hat der Platz auf der Seite nicht ausgereicht, oder wieso wird der Sachverhalt so verkürzt dargestellt? Auch würde ich hier gerne einmal eine Erklärung erhalten, was an nicht eingehaltenen EU-Sanktionen "illegal" sein soll, im Handel zwischen Nichtmitgliedern dieser "europäischen Wertegemenischaft"? Wiso wird dieser Punkt hier nie aufgearbeitet? Ist es uns egal, wenn die EU in die Freibeuterei einsteigt? Und "mutmaßliche Verstöße gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze und Terrorismusstatuten"? Inwiefern "mutmaßlich"? Liegen dem Spiegel denn Beweise vor, oder ist man nur mal wieder etwas unscharf in der Formulieung? Man könnte lachen, wäre es nicht so bitter.
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