Irankonflikt USA schicken rund tausend weitere Soldaten in den Nahen Osten

Iran verhalte sich feindselig, erklärt das Pentagon - und entsendet "zu Verteidigungszwecken" etwa tausend weitere Soldaten in die Region. Zudem legt es neue Fotos vor, die Teherans Schuld an den Angriffen auf Öltanker belegen sollen.

US Department of Defense/ DPA

US-Präsident Donald Trump schickt im eskalierenden Konflikt mit Iran rund tausend weitere Soldaten in den Nahen Osten. Die Soldaten würden zu "Verteidigungszwecken" in die Region entsandt, teilte der amtierende US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan mit. Er betonte zugleich: "Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit Iran an."

Die USA machen Iran für die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman am vergangenen Donnerstag verantwortlich, Großbritannien und Saudi-Arabien schlossen sich dieser Einschätzung an. Teheran weist die Vorwürfe zurück.

In der Mitteilung Shanahans hieß es nun, die jüngsten Angriffe bestätigten Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten durch die iranischen Streitkräfte und ihre verbündeten Gruppen. Mit der Entsendung der zusätzlichen Truppen sollten US-Soldaten und nationale Interessen der USA in der Region geschützt werden.

Video: "Ein Krieg, den eigentlich keiner will"

REUTERS

Die Spannungen zwischen den USA und Iran nehmen seit Monaten zu. Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der "anhaltenden Bedrohung" durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt - was Sorgen vor einem militärischen Konflikt aufkommen ließ.

USA legen angebliches Beweismaterial gegen Iran vor

Bei den schweren Zwischenfällen im Golf von Oman waren am Donnerstag zwei Tanker beschädigt worden. Die "Front Altair" einer norwegischen Reederei geriet nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der "Kokuka Courageous" berichtete von zwei Detonationen. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar.

Die USA veröffentlichten nun elf Fotos, die die Vorwürfe gegen die iranischen Revolutionsgarden belegen sollen. Die Bilder sollen bei den Angriffen entstanden sein, der Fotograf war demnach an Bord eines "Seahawk"-Hubschraubers der US-Marine.

Auf einem der Bilder sind nach Pentagon-Angaben die Reste eines Magneten zu sehen, mit dem eine - nicht explodierte - Mine an einem der Tanker befestigt worden sein soll. Ein anderes Foto zeigt den USA zufolge ein Schnellboot mit Soldaten der iranischen Revolutionsgarden an Bord, die die Mine entfernen.

Dieses Foto soll laut US-Angaben zeigen, wie Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden eine nicht explodierte Haft-Mine von der Bordwand des Tankers "Kokuka Courageous" entfernen
US Department of Defense/ DPA

Dieses Foto soll laut US-Angaben zeigen, wie Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden eine nicht explodierte Haft-Mine von der Bordwand des Tankers "Kokuka Courageous" entfernen

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte das US-Zentralkommando Centcom, das die amerikanischen Truppen im Nahen Osten führt, ein Video veröffentlicht, das die Entfernung der Haftmine zeigen sollte. Das Pentagon machte am Montag erneut Iran für die Angriffe verantwortlich. Als Begründung führte das Ministerium das Video an - und die "Ressourcen und Kenntnisse, die nötig sind, um die nicht explodierte Haftmine zu entfernen".

Maas nennt Gesamtlage "extrem explosiv"

Bundesaußenminister Heiko Maas und seine Amtskollegen aus Luxemburg, Österreich und den Niederlanden betonten am Montag bei einem Treffen in Luxemburg, dass sie zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Anschuldigungen gegen Iran erheben wollen. Maas bezeichnete die Gesamtlage als "extrem explosiv". Jeder müsse nun wirklich aktive Schritte zur Deeskalation beitragen.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 195 Beiträge
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Filsbachlerche 18.06.2019
1. "Verteidung der USA" im Golf von Oman?
Lächerliche Aussage! Es handelt sich um die Verteidigung der wirtschaftlichen Engagements von US-Unternehmen in diesen Weltgegenden. Und das seit Jahrzehnten!
herbert 18.06.2019
2. Die USA und Israel wollen den Iran platt machen, Nützlicher
Helfer ist noch England mit seinem Militär. Die Militärexperten sitzen bei den Saudis und steuern und lenken die Raketen gegen den Jemen. Da werden Tanker angegriffen und die Beweise sind schwammige Bilder. Das was der Trump da plump inziniert ist so etwas von unglaubwürdig und dient schlicht der Volksverblödung.
majonga 18.06.2019
3. hoffentlich
wird Trump seiner Position treu und beendet die Schreckensherrschaft der Faschisten Kleriker mitsamt seinen Obergeistlichen Khomeini. Eine freie Demokratie, wie sie es bis vor einigen Jahrzehnten noch als Persien gab. Das wäre ein Schritt für die Bürger und Bürgerinnen in NahOst...
quark2@mailinator.com 18.06.2019
4.
SPON berichtete vor einigen Wochen von der Verlegung eines US-Schiffs in den Golf. Bei dem Schiff handelt es sich um ein Landungsschiff zur Unterstützung amphibischer Operationen. Das war lange vor den Angriffen auf die Tanker und es hatte nichts mit der Sicherung der Seewege zu tun. Es ist überhaupt immer interessant, welche Schiffe die USA wann wohin versenden, z.B. damals kurz vor dem Putsch in der Ukraine, als in Russland die Spiele in Sotchi waren, da hatten die USA auch zwei sehr interessante Schiffe im Schwarzen Meer. Ich bin sicher, das ist alles reiner Zufall und bloße Verteidigung, naja, von vitalen US-Interessen halt. Wir brauchen die Vereinten Nationen ohne diesen elitären Sicherheitsrat und ein internationales Gericht, wo auch US-Verantwortliche angeklagt werden können. Insofern kann es gar nicht schnell genug gehen, daß China endlich auf Augenhöhe kommt.
theos001 18.06.2019
5. Verteidigungszwecke?
Washington ist über 10.000km von Teheran entfernt - luftlinie. Also die USA werden mit den Soldaten nicht beschützt. Nationale Interessen? Achso....Öl. Um US-Soldaten zu schützen? Tja....wenn man unzählige Militärbasen dort hat, muslime immer wieder öffentlich zur Bedrohung erklärt und sich aufführt wie Elefant auf Drogen im Porzellanladen.....nicht verwunderlich, das man euch dort nicht mag.
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