Gespräche über Irankrise Merkel trifft sich mit Putin

Angela Merkel und Wladimir Putin schalten sich in die Irankrise ein. Der Kremlchef empfängt die Kanzlerin am Samstag.
Wladimir Putin und Angela Merkel (Archivaufnahme)

Wladimir Putin und Angela Merkel (Archivaufnahme)

Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am 11. Januar nach Russland zu Gesprächen mit Präsident Wladimir Putin. Thema sei die aktuelle Entwicklung im Nahen Osten, teilte die Pressestelle des russischen Präsidialamts mit. Die Situation in Syrien, Libyen sowie in der Ukraine sollen ebenfalls besprochen werden. Putin habe Merkel eingeladen. Ein Ort des Treffens wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Seit der gezielten Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch das US-Militär laufen die internationalen Bemühungen um eine Beruhigung der Lage im Nahen Osten auf Hochtouren.

Es sei naheliegend, dass die Kanzlerin mit Putin "über die derzeit aufgebrochenen Konfliktherde" spreche, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Begleitet wird sie demnach von Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD).

Maas kündigte Beratungen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien über die von Iran angekündigte weitere Abkehr vom Atomabkommen an. Die Gespräche sollen noch am Montag stattfinden. "Das, was Iran jetzt angekündigt hat, werden wir nicht einfach so achselzuckend hinnehmen können", sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Die Pläne Teherans stünden nicht im Einklang mit dem Atomvertrag. Nach Gesprächen mit Iran und Konsultationen mit der Internationalen Atomenergiebehörde werde eine Entscheidung getroffen. "Einfacher ist das nicht geworden, und das kann auch der erste Schritt für ein Ende dieses Abkommens sein, was ein großer Verlust wäre." Eine mit Frankreich und Großbritannien koordinierte Reaktion sei in dieser Woche zu erwarten.

Maas bezeichnete die Haltung der USA gegenüber dem Irak als "nicht sehr hilfreich". Es gelte, die Regierung in Bagdad mit Argumenten zu überzeugen und nicht mit Drohungen, sagt der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. US-Präsident Trump hat dem Irak mit Sanktionen gedroht, nachdem das Parlament in Bagdad einen Abzug ausländischer Truppen aus dem Land gefordert hatte. "Wir werden jede Entscheidung akzeptieren, die dort (im Irak) getroffen wird", sagt Maas weiter. Auch Bundeswehrsoldaten sind im Irak im Einsatz.

als/Reuters/dpa