Krise am Persischen Golf Emirate melden Sabotageakte gegen vier Schiffe

Im Persischen Golf waren mehrere Schiffe nach Angaben der Vereinigten Arabischen Emirate Ziel von Angriffen. In der Region nehmen die Spannungen zwischen Iran und den USA massiv zu.
US-Zerstörer im Persischen Golf (Archivbild): Die Spannungen in der Region wachsen

US-Zerstörer im Persischen Golf (Archivbild): Die Spannungen in der Region wachsen

Foto: Jon Gambrell/ dpa

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben "Sabotageakte" gegen vier Handelsschiffe vor ihrer Golfküste gemeldet. "Vier kommerzielle, zivile Handelsschiffe unterschiedlicher Nationalitäten" seien am Sonntagmorgen nicht näher beschriebenen Attacken vor der Küste des Emirats Fudschaira im Nordosten des Landes ausgesetzt gewesen, teilte das Außenministerium mit.

Bei den Zwischenfällen sei niemand an Bord der Schiffe verletzt worden, hieß es in der von der amtlichen Nachrichtenagentur Wam verbreiteten Erklärung. Auch seien weder Öl noch chemische Substanzen ausgetreten.

In der Region nehmen die Spannungen zwischen dem Golf-Anrainer Iran und den USA derzeit massiv zu.

Das Ministerium verurteilte den "schwerwiegenden Vorfall". Die Behörden hätten "alle notwendigen Maßnahmen ergriffen" und eine Untersuchung in Zusammenarbeit mit örtlichen und internationalen Organisationen eingeleitet. Zudem rief der Golfstaat die internationale Gemeinschaft auf, derartige Aktionen durch "Parteien, welche der Sicherheit der Schifffahrt schaden wollen", zu unterbinden.

USA verlegen Kriegsschiffe in die Region

Gleichzeitig widersprach das Ministerium Gerüchten über weitere angebliche Zwischenfälle im Hafen von Fudschaira am Sonntagmorgen. Unter anderem hatte der iranische Auslandssender Press TV unter Verweis auf eine libanesische Nachrichtenagentur davon gesprochen, im Hafen von Fujairah seien sieben Öltanker angegriffen worden. Die genauen Hintergründe sind derzeit unklar.

Die US-Regierung und die Führung in Teheran befinden sich wegen des Rückzugs der USA aus dem Abkommen über das iranische Atomprogramm auf Konfrontationskurs. Washington hat in den vergangenen Tagen Kriegsschiffe in den Persischen Golf entsandt. Zur Begründung hieß es, US-Geheimdienste hätten vor Angriffen der Iraner gewarnt.

Teheran antwortet seinerseits mit militärischen Drohungen. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Revolutionsgarden deutete am Sonntag an, Iran könnte US-Schiffe ins Visier nehmen. "Die Bedrohungen sind zu Gelegenheiten geworden", sagte der Chef der Luftwaffeneinheit der Revolutionsgarden, Amirali Hadschisadeh, mit Blick auf die Verlegung von US-Flugzeugträgern in den Nahen Osten. "Wenn sich (die Amerikaner) bewegen, werden wir sie am Kopf treffen", zitierte ihn die Nachrichtenagentur ISNA.

Sorge in Israel

In Israel nehmen derweil die Sorgen zu, dass bei einer Eskalation des Konflikts ein iranischer Angriff drohen könnte. "Die Dinge heizen sich auf", sagte Energieminister Juval Steinitz dem TV Sender Ynet.

US-Präsident Donald Trump hat seit dem einseitigen Ausstieg seines Landes aus dem internationalen Atomabkommen mit Iran vor einem Jahr die Sanktionen gegen die Islamische Republik schrittweise wieder in Kraft gesetzt und erst kürzlich abermals verschärft. Trump betonte, er könne einen Militäreinsatz nicht ausschließen.

Iran setzte seinerseits Teile des Atomabkommens vor Kurzem aus. Seitdem nehmen die Spannungen zwischen den beiden Ländern zu. Während Iran ein Gesprächsangebot von Trump ablehnte, warnten die USA ihre Handelsmarine vor Anschlägen Irans und verlegten Patriot-Raketen in den Mittleren Osten.

Irans Präsident Hassan Rohani rief angesichts verschärfter Wirtschaftssanktionen der USA zur Einheit seines Landes auf. "Der Druck der Feinde ist ein beispielloser Krieg in der Geschichte unserer Islamischen Revolution", sagte Rohani laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Die Revolutionsgarden wurden nach der Islamischen Revolution 1979 gegründet, um das iranische Ajatollah-System zu schützen. Die Elitetruppe kontrolliert weite Teile der Armee sowie das Atom- und Raketenprogramm. Sie hat aber auch großen Einfluss auf Politik und Wirtschaft.

beb/AFP/Reuters
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