Geste des guten Willens Iran lädt USA und EU zu Präsidenten-Vereidigung

Irans gewählter Präsident Hassan Rohani will die Beziehungen seines Landes zum Westen verbessern. Als Geste des guten Willens hat Teheran erstmals Vertreter von USA und EU zur Vereidigung des neuen Regierungschefs eingeladen.
Hassan Rohani: Irans neuer Präsident will die Beziehungen zum Westen verbessern

Hassan Rohani: Irans neuer Präsident will die Beziehungen zum Westen verbessern

Foto: REUTERS/ Fars News

Teheran - Irans Regime geht in die Charmeoffensive. Wenn am 4. August Hassan Rohani als neuer Präsident der Islamischen Republik vereidigt wird, soll auch ein Abgesandter des "Großen Satans", der Vereinigten Staaten, mit dabei sein. Erstmals hat Teheran politische Vertreter aus den USA und der Europäischen Union zur Vereidigungszeremonie eines iranischen Regierungschefs eingeladen. Das teilte der Sprecher des Außenministeriums, Abbas Araghchi, am Sonntag mit.

Damit setzt Rohani erste Zeichen für eine Verbesserung der Beziehungen zum Westen. Schon im iranischen Präsidentschaftswahlkampf hatte er angekündigt, nach seiner Amtsübernahme im Streit um das iranische Atomprogramm auf einen Dialog mit Amerikanern und Europäern zu setzen. "Es gibt eine neue Chance für Austausch auf der internationalen Ebene", sagte er nach seinem Wahlerfolg. "Ich hoffe, dass auch andere Länder diese Chance ergreifen."

Der Geistliche hofft darauf, eine Lockerung der harschen Wirtschaftssanktionen auszuhandeln, die der iranischen Bevölkerung zu schaffen machen. Rohani hatte die Präsidentschaftswahl am 14. Juni im ersten Durchgang mit großem Vorsprung gewonnen.

Außenamtssprecher Araghchi ließ am Sonntag offen, welche Staatsmänner oder Minister persönlich zur Vereidigung nach Teheran eingeladen worden sind. Fest steht schon jetzt, dass bei der israelischen Regierung kein Schreiben eingegangen ist. Irans Regime erkennt den jüdischen Staat nämlich nicht an. Auch die für kommende Woche angekündigten Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern lehnt Teheran entschieden ab.

syd/AP/dpa
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