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18. Mai 2012, 14:39 Uhr

Aufstand in Syrien

Uno beklagt iranische Waffenlieferungen an Assad

Im Kampf gegen die Opposition bekommt das syrische Regime offenbar weiter Hilfe aus Teheran. Laut einem Uno-Bericht liefert Iran Waffen an den Verbündeten Assad. Auch soll der Despot mit Hilfe der Ajatollahs trotz aller Sanktionen Öl exportieren.

Hamburg - Trotz internationaler Sanktionen versorgt Teheran das Regime in Syrien weiterhin mit Waffen. Zu diesem Ergebnis kommt ein vertraulicher Uno-Bericht, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Darin schreiben die Experten der Vereinten Nationen, dass im letzten Jahr drei illegale Waffenlieferungen aus Iran gestoppt werden konnten. Zwei davon waren für Damaskus bestimmt.

"Iran trotzt weiterhin der internationalen Gemeinschaft, indem es illegal Waffen exportiert", heißt es in dem Bericht. "Syrien ist nach wie vor der wichtigste Empfänger von Irans illegalen Waffenlieferungen." Der Bericht ist für den Sicherheitsrat bestimmt. Er soll klären, inwiefern sich Iran an die gegen ihn erlassenen Sanktionen hält.

Iran steht unter einem Waffenembargo der Vereinten Nationen, weil es im Streit um sein Atomprogramm den Forderungen der internationalen Gemeinschaft nicht nachkommt. Gegen Syrien besteht bisher kein internationales Waffenembargo. Einzelne Länder wie die EU-Staaten und die Türkei haben jedoch harte Sanktionen gegen Damaskus erlassen. Teheran ist neben Russland der wichtigste verbliebene Verbündete Syriens.

Eine der illegalen Lieferungen wurde von türkischen Behörden gestoppt. In einem Lkw an der türkisch-syrischen Grenze entdeckten sie Maschinengewehre, Sprengstoff, Zünder und Mörsergeschütze, die für Damaskus bestimmt waren. Die dritte der aufgegriffenen illegalen Lieferungen - Raketen - soll für Taliban-Kämpfer in Afghanistan bestimmt gewesen sein.

Der Bericht warnte, dass Iran möglicherweise ein Mittel gefunden habe, die gegen das Land bestehenden Wirtschaftssanktionen zu umgehen. So würden Schiffe der staatlichen Linie IRISL mithilfe von Briefkastenfirmen getarnt und unter der Flagge anderer Staaten fahren, um ihre wahre Herkunft zu verschleiern.

Mit diesem Trick soll Teheran ebenfalls dem syrischen Regime helfen. Die "Financial Times" berichtete am Donnerstag, dass im März ein iranisches Schiff in der syrischen Hafenstadt Banias Öl geladen und Richtung Iran verschifft habe. Das Schiff liege derzeit in der Straße von Hormus nahe den iranischen Larak-Inseln und habe seine Ladung vermutlich noch an Bord. Ob Teheran für das Öl mit Geld oder Waffen bezahlt, ist unklar.

Gegen Syrien haben die EU-Staaten und einzelne arabische Länder ein Ölembargo verabschiedet, um das Regime in Damaskus zum Einlenken zu zwingen. Der Ölsektor gehörte bis zum Erlass der Sanktionen 2011 zu Syriens wichtigsten Wirtschaftszweigen. Fast der gesamte Export ging war dabei an die EU. Die syrische Wirtschaft ist mit dem Beginn der Aufstände im März 2011 abgestürzt.

ras/Reuters

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