Machtdemonstration Iran meldet Test von Mittelstreckenraketen

Das Regime in Teheran hat nach eigenen Angaben erfolgreich Mittelstreckenraketen getestet, die Israel erreichen könnten. Die Übung ist Teil eines großen Manövers der Streitkräfte. In der Meerenge von Hormus setzen die USA und Teheran auf militärische Machtdemonstration.
Start einer Schahab-1-Rakete am Dienstag: "Vergeltungsmaßnahme für die Feinde Israels"

Start einer Schahab-1-Rakete am Dienstag: "Vergeltungsmaßnahme für die Feinde Israels"

Foto: Mojtaba Heydari / dpa

Teheran - Im Konflikt um Irans Atomprogramm hat Teheran mit einer Armeeübung seine militärische Macht demonstriert. Nach eigenen Angaben hat Iran erfolgreich mehrere Mittelstreckenraketen getestet. Die Geschosse seien in der Lage, Ziele in Israel zu treffen, berichtete der staatliche iranische Fernsehsender Press TV am Dienstag. Die Tests seien eine Antwort auf die Drohungen Israels, die Islamische Republik anzugreifen.

Die Regierung in Teheran hatte die Manöver am Sonntag angekündigt, nachdem das Ölembargo der Europäischen Union in Kraft getreten war. Laut Press TV verfügt die nun getestete "Schahab 3"-Rakete über eine Reichweite von 1300 Kilometern. Zeitgleich seien weitere Modelle zum Einsatz gekommen.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars wurden "Dutzende" Raketen mehrerer Reichweiten getestet, darunter die Kurzstreckenraketen Schahab-1 und Schahab-2 mit Reichweiten zwischen 300 und 500 Kilometern. Als Ziel diente den Berichten zufolge die Nachbildung einer Armeebasis, die den US-Stützpunkten in der Region ähnlich sah. Am Mittwoch würden Drohnen getestet.

Der Fernsehsender zitierte den Vizekommandeur der Revolutionsgarden, Hossein Salami, mit den Worten, dass dies eine Vergeltungsmaßnahme für die Feinde Irans sei, die einen Militärschlag als möglich bezeichneten. Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm besonders bedroht und hält sich einen Militärschlag offen.

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Straße von Hormus: Streit zwischen Iran und dem Westen

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Der Atomstreit hat zuletzt durch die westlichen Sanktionen an Schärfe gewonnen. Ursprünglich hatte die Islamische Republik damit gedroht, in Reaktion auf die Verschärfung der Handelsschranken die Straße von Hormus zu blockieren. Über die weltweit wichtigste Ölhandelsroute wird mehr als ein Drittel des weltweiten Seehandels abgewickelt.

Zuletzt hatten die USA ihre Militärpräsenz in der Region deutlich ausgeweitet. Inzwischen liegen laut "New York Times" acht Minenräumboote vor Ort. Laut dem Bericht verlegte Washington zudem Kampfflugzeuge vom Typ F-22 und F-15C in die Region, die Navy schickte ihr Schiff "Ponce".

fab/AFP/Reuters
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