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"Seien Sie vorsichtig!" Iran zeigt sich unbeeindruckt von Trumps Drohungen

Der iranische Außenminister schießt auf Twitter in Richtung Donald Trump - und bedient sich dabei eines Lieblingsstilmittels des US-Präsidenten.

Wenn US-Präsident Donald Trump in seinen Twitter-Botschaften etwas unterstreichen und dem Geschriebenen besondere Bedeutung beimessen will, dann verwendet er Großbuchstaben. Regelmäßig nutzt er sie beispielsweise, wenn er über seine "großartigen" Erfolge schreibt, oder über die Medien, die seiner Meinung nach Lügen verbreiteten. Am Montag verfasste Trump fast einen kompletten Tweet in Großbuchstaben - er drohte dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani darin mit schlimmsten Konsequenzen, sollte der erneut in Richtung der USA drohen.

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Darauf reagierte nun Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif ebenfalls via Twitter. "Wir sind nicht beeindruckt", schrieb er an Trump gerichtet auf Englisch - und ebenfalls in Großbuchstaben. "Wir sind seit Jahrtausenden da und haben den Untergang von Imperien gesehen, unser eigenes eingeschlossen, das länger währte als das Leben mancher Länder", schrieb Sarif weiter. Für den Schluss der Kurznachricht wählte er in Großbuchstaben dieselben Worte, die zuvor Trump in seinem Tweet an Rohani genutzt hatte: "Seien Sie vorsichtig!"

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Trump hatte mit seiner Nachricht auf eine Rede Rohanis reagiert. Der iranische Präsident hatte mit der "Mutter aller Schlachten" gedroht und gewarnt, die USA sollten nicht mit dem Feuer spielen, dies könnten sie "für immer bereuen". Rohani drohte zudem damit, die Ölexport-Routen am Persischen Golf zu blockieren.

Seit Beginn seiner Präsidentschaft kritisiert Trump die iranische Führung immer wieder. Im Mai hatte er den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit Iran verkündet. Seitdem nehmen die verbalen Drohungen zwischen den Regierungen in Washington und Teheran zu. Ein erklärtes Ziel der USA ist es, die Ölexporte der Islamischen Republik bis Anfang November zum Erliegen zu bringen. Iran wiederum verfügt über ein geostrategisches Druckmittel: Die Meerenge zwischen Iran und der arabischen Halbinsel (mehr dazu lesen Sie hier).

Der amerikanische Außenminister Mike Pompeo hatte die Führung Irans erst am Sonntag mit der Mafia verglichen. Rohani und Sarif seien nur "polierte Frontmänner für die internationale Trickbetrügerei" scheinheiliger Ayatollahs, die "sich mehr um Reichtum als um Religion sorgen". Die USA würden alle Iraner unterstützen, die unzufrieden mit ihrer Führung seien, sagte Pompeo.

aar/Reuters/AFP
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