Präsentation von Raketensystem Iran provoziert mit neuem Militär-U-Boot am Abschlusstag der Sicherheitskonferenz 

Auf der Sicherheitskonferenz zeigten sich Iran und die USA unversöhnlich. Jetzt hat Teheran ein neues Waffensystem präsentiert - in Israel wird die Kritik am Erzfeind lauter.

Hassan Rohani
REUTERS

Hassan Rohani


Der iranische Präsident Hassan Rohani hat laut iranischem Staatsfernsehen ein neues, in dem Land gebautes U-Boot vorgestellt, das mit Marschflugkörpern bewaffnet werden kann. Das "Fateh" ("zu deutsch "Eroberer") genannte Waffensystem kann demnach mit Marschflugkörpern mit einer Reichweite von etwa 2000 Kilometern ausgerüstet werden.

Das Kriegsschiff ist den Angaben zufolge 600 Tonnen schwer und mit modernsten Waffen ausgerüstet. Angesichts internationalen Drucks und weitreichender Rüstungsembargos hat Iran eine große Rüstungsindustrie aufgebaut. Im vergangenen Jahr wurde ein Zerstörer vom Stapel gelassen, der nach Darstellung der staatlichen Medien vom Radar nicht zu erfassen ist. Für Israel und US-Militärstützpunkte dürfte die Aufrüstung eine zusätzliche Bedrohung darstellen.

In Israel wird der Ton gegen Iran bereits rauer. Der bei den Parlamentswahlen am 9. April nach dem Amt des israelischen Regierungschefs strebende Ex-Militärchef Benny Gantz kündigte an, im Streit mit Iran kein Stück zurückzuweichen. Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz warf er dem iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif unmittelbar nach dessen Rede vor, für ein "böses" Regime zu stehen, das Israel mit Zerstörung drohe.

Gantz: "Mit mir wird Iran nicht in Besitz von Atomwaffen kommen"

Je mehr sich der Konflikt mit Iran zuspitzt, desto mehr wächst auch der Druck auf die Europäer - und damit auch Deutschland - sich ablehnend zur Regierung in Teheran zu positionieren. Die USA verlangen dabei auch, dass die Europäer aus dem von US-Präsident Donald Trump aufgekündigten Atomabkommen aussteigen, das Iran am Bau einer Atombombe hindern soll - im Gegenzug wurden westliche Sanktionen gelockert.

Kanzlerin Angela Merkel stellte bei der Sicherheitskonferenz in München dennoch den Sinn der US-Politik infrage. An dem Abkommen müsse festgehalten werden, sagte die CDU-Politikerin. An internationaler Zusammenarbeit müsse festgehalten werden: "Wir dürfen sie nicht einfach zerschlagen."

Ob sie mit dieser Linie Erfolg hat? US-Vizepräsident Mike Pence und der iranische Außenminister Sarif gingen in München jedenfalls auf Konfrontation. Europa müsse sich trauen, "ein nasses Fell zu bekommen, wenn es gegen den Strom des Unilateralismus der USA schwimmen will", sagte Sarif. Pence sagte: "Das iranische Regime befürwortet einen Holocaust und versucht ihn auch zu erreichen." Sarif bezeichnete das in einem SPIEGEL-Interview als lächerlich.

Der israelische Ex-Militär Gantz sagte: "Lassen sie sich nicht von seinen Lügen zum Narren halten", so Gantz, der als ernstzunehmender Rivale Benjamin Netanyahus von der rechtsorientierten Likud-Partei gilt. "Mit mir gibt es keine Beschwichtigung", kündigte er an. "Mit mir wird Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen kommen."

Als früherer Generalstabschef verfüge er über Informationen aus erster Hand über die Lage in Iran und das Regime, wie er sagte. "Es hat öffentlich zur Zerstörung meiner Nation aufgerufen. Es hängt Homosexuelle, es unterdrückt Frauen, es verfolgt Minderheiten und verletzt Menschenrechte." Die iranische Führung untergrabe die Stabilität im Nahen Osten und befördere "Terror rund um den Erdball".

apr/Reuters/dpa/AP



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mursol 17.02.2019
1. Wieso nennt man dieses Verhalten
Eine Provokation? Ein Staat baut seine militärische Verteidigung auf und um. Amerika und Israel stationieren Atom u Boote vor deren Nase und das stellt keine Provokation dar? Amerika kündigt unbegründet den Atom Vertrag und beweist das eine Abmachung mit den Westen nichts wert ist und man nennt es keine Provokation? Also bitte !
nenntmichishmael 17.02.2019
2.
Die zwei hochgerüstetsten Staaten der Welt, USA und Israel, zetern, wenn ein anderes Land ebenfalls aufrüstet. Wer bisher von wem de facto mehr bedroht und angegangen wird, wage ich mal dahinzustellen.
fblars 17.02.2019
3. Das ist nun kein Alleinstellungsmerkmal des Iran
Zitat: Die iranische Führung untergrabe die Stabilität im Nahen Osten und befördere "Terror rund um den Erdball". Das machen andere Staaten auch und sitzen sogar im UNO-Sicherheitsrat. Wie war das mit den Mudjaheddin in Afghanistan, den angezettelten Revolutionen in Südamerika, den Investitionen in der Ukraine, dem Tonking-Vorfall? Die Ermordung Allendes in Chile? Ich weiß, das ist Whataboutism und diese Maßnahmen waren alle gerechtfertigt und notwendig. Israel hat eine Existenzberechtigung und darf sich seiner Feinde erwehren, wir sollten sie dabei auch unterstützen, aber Konfrontation wird Israel nicht retten. Was mir viel mehr Angst bereiten würde als eine Atombombe sind die Computer- und Technikfähigkeiten des Iran, wer U-Boote, Flugzeuge und andere Waffen entwickeln, testen und auch simulieren kann ist sicherlich in der Lage sich in israelische Netze zu hacken und dort Chaos auszulösen, das ist eine größere Bedrohung als die Atombombe, insbesondere da Israel auch zu den Atommächten zählt und entsprechend antworten könnte.Ein Cyberwar würde ein so dicht besiedeltes Land wie Israel ziemlich schnell an den Rand der Auslöschung treiben.
nickleby 17.02.2019
4. @1 Sie wundern sich ?
Der Iran ist ein aggressiver Staat, wenn man sein Politik im Jermen, in Syrien, im Libanon sieht . Hinzu kommt, dass außer der Hamas in Gaza kein anderer Staat die Vernichtung Isarels als Staatsziel hat. Darum ist es unbedingt notwendig, diesen Hasardeuren aus Teheran in den Arm zu fallen und alles zu unternehmen, dass sie mit ihrer aggressiven Politik nicht mehr Unheil anstiften. Sanktionen, sei es wirtschaftlicher, finanzieller oder politischer Art, sind dfaher die angesagten Meittel, um den Iran wieder auf friedlichen und vertragstreuen Kurs zu bringen.
albatrosmz 17.02.2019
5.
Was ist das für eine unsinnige Überschrift? Wer hier auch nur bis drei zählen kann und die militärische Stärke Israels und der USA mit der von Iran vergleicht, stellt fest, dieser Artikel von apr/Reuters/dpa/AP versucht eine schlimme Manipulation der Leser und ist sofort zu durchschauen, wenn man nur halbwegs objektive Quellen wie Wikipedia studiert. Das Ziel dieser Manipulation kann man erkennen, wenn man Brzezinski liest. Die USA will Iran klein halten, ein Land mit 80 Millionen Einwohnern und viel viel Öl! Da war doch was mit Öl? Z.B. Der US-Lügenkrieg gegen das Öl-Land Irak oder gegen das Öl-Land Libyen, oder wie die USA alles einsetzt, um einen Regime Change im Öl-Land Venezuela zu erreichen! Warum könnt Ihr bei SPON nicht objektivere Berichte über Iran drucken anstatt Wahrheitsverdrehungen von apr/Reuters/dpa/AP?
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