Spannungen nach Attacke auf Ölraffinerien Irans Präsident will kein Treffen mit Trump

Irans Präsident Rohani reagiert auf die Vorwürfe der USA, für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien verantwortlich zu sein: Ein Treffen mit Donald Trump in New York werde es nicht geben.
Hassan Rohani: "Ein solches Treffen wird es nicht geben"

Hassan Rohani: "Ein solches Treffen wird es nicht geben"

Foto: Iranian Presidency/ Anadolu Agency/ Getty Images

Das Weiße Haus hatte noch am Sonntag ein Gespräch zwischen Donald Trump und Irans Präsident Hassan Rohani am Rande der nächsten Uno-Vollversammlung in New York nicht ausgeschlossen. Doch dazu wird es nicht kommen.

"Weder steht ein solches Ereignis an, noch wird es stattfinden", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Abbas Mousavi, im staatlichen Fernsehen. "Ein solches Treffen wird es nicht geben." Teheran hat ein solches Treffen wiederholt abgelehnt.

Iran hatte zuvor erneut Vorwürfe aus den USA zurückgewiesen, für die Angriffe auf saudi-arabische Ölanlagen verantwortlich zu sein. "Diese Anschuldigungen werden als inakzeptabel und völlig unbegründet verurteilt", sagte der Außenamtssprecher. Am Sonntag hatte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter behauptet, Teheran stecke hinter dem Angriff auf die größte Ölverarbeitungsanlage der Welt.

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Auf Satellitenaufnahmen seien mindestens 17 Einschläge zu erkennen, und diese seien durch Angriffe aus nördlicher oder nordwestlicher Richtung verursacht worden, berichtete die "The New York Times" nach einem Hintergrundgespräch mit US-Regierungsbeamten. Dies passe eher zu Angriffen aus dem nördlichen Persischen Golf, also dem Irak oder Iran, als zu Angriffen aus dem südlich von Saudi-Arabien gelegenen Jemen. Die jemenitischen Huthi-Rebellen hatten sich zu den Angriffen bekannt.

Außerdem deute die Kombination aus vielen Drohnen und Raketen auf einen Grad an Umfang, Präzision und Finesse hin, der über die Fähigkeiten der Huthi-Rebellen allein hinausgehe, zitierte das Blatt einen US-Regierungsbeamten.

Foto: Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL

Trump hatte den Verantwortlichen für die Angriffe Vergeltung angedroht. Er machte jedoch keine direkten, sondern nur vage Angaben dazu, wen die USA für den Urheber halten. Trump schrieb auf Twitter: "Es besteht Grund zu der Annahme, dass wir den Täter kennen." Die USA stünden Gewehr bei Fuß, warteten aber auf eine Bestätigung und auf Angaben der saudischen Führung, wen diese für den Angriff verantwortlich mache und unter welchen Bedingungen vorgegangen werden solle.

Maas verurteilt Angriffe auf Saudi-Arabien

Die Attacken auf die saudiarabische Ölindustrie können nach Einschätzung von Bundesaußenminister Heiko Maas die Lage in der Golf-Region noch weiter verschärfen. "Ich verurteile diese Angriffe", sagte der SPD-Politiker in Berlin. Die Lage sei schon so schwierig genug. Nötig sei eine Deeskalation. "Die Lage ist außerordentlich besorgniserregend." Deutschland analysiere zusammen mit seinen Verbündeten, wer für die Taten verantwortlich sei.

China warnte vor voreiligen Schlüssen über die Urheber. Die Sprecherin des Außenministeriums, Hua Chunying, rief vor der Presse in Peking auch alle Parteien zur Zurückhaltung auf. "In Abwesenheit einer überzeugenden Untersuchung Schlüsse darüber zu ziehen, wer die Verantwortung tragen sollte, könnte an sich unverantwortlich sein." Alle Betroffenen sollten davon absehen, etwas zu tun, was die regionalen Spannungen noch eskalieren lassen könnte.

als/dpa/Reuters
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