Iran Prozess gegen US-Wanderer hat begonnen

Mehr als anderthalb Jahre nach ihrer Festnahme hat in Teheran der Prozess gegen drei US-Wanderer begonnen, die wegen illegalen Grenzübertritts unter Spionageverdacht stehen. Irans Justizbehörden schlossen alle Beobachter von dem Verfahren aus.

Präsident Ahmadinedschad: Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit
REUTERS

Präsident Ahmadinedschad: Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit


Teheran - Wie die Nachrichtenagentur Irna berichtete, begann die Verhandlung am Sonntag unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der staatliche iranische Sender PressTV berichtete, die Angeklagten hätten sich nicht schuldig bekannt. Der Anwalt der Beschuldigten, Masud Schafii, kritisierte das Verhalten der Justiz.

Die drei US-Bürger waren im Juli 2009 im irakisch-iranischen Grenzgebiet festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, die Grenze zu Iran illegal überquert zu haben. Die Familien der Festgenommenen haben sich mehrfach öffentlich für ihre Freilassung eingesetzt. Die drei Mütter reisten im Mai sogar nach Teheran.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte damals gegenüber der Nachrichtenagentur AP betont, die Amerikaner hätten das Gesetz gebrochen. Er werde sich jedoch bei den Justizbehörden, die von den Geistlichen des Landes kontrolliert werden, für Milde einsetzen.

Ein Mitglied der Gruppe, Sarah Shourd, kam im September gegen eine Zahlung von 500.000 Dollar frei. Ihr Verlobter Shane Bauer und ihr gemeinsamer Freund Josh Fattal blieben im Gefängnis in Teheran. In der vergangenen Woche forderte Irans Regierung Shourd zur Rückkehr für den Prozess auf, sie blieb jedoch in den USA.

Den Angeklagten droht bei einer Verurteilung wegen Spionage bis zu zehn Jahre Haft.

Jul/dapd/AFP



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Seite 1
Sabi 06.02.2011
1. jeder
Zitat von sysopMehr als anderthalb Jahre nach ihrer Festnahme hat in Teheran der Prozess gegen drei US-Wanderer begonnen, die wegen illegalen Grenzübertritts unter Spionageverdacht stehen. Irans Justizbehörden schlossen alle Beobachter von dem Verfahren aus. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,743851,00.html
Im islam. Iran ist jeder Ausländer a priori ein Spion und jeder Inländer ein Konterrevolutionär ,bis zum Beweis des Gegenteils ! Inschallah !!!!! Das ist die paranoid-islamische Republik à la Stasi im Mittleren Osten !!!!
d1plom4t 06.02.2011
2. -!-
Zitat von SabiIm islam. Iran ist jeder Ausländer a priori ein Spion und jeder Inländer ein Konterrevolutionär ,bis zum Beweis des Gegenteils ! Inschallah !!!!! Das ist die paranoid-islamische Republik à la Stasi im Mittleren Osten !!!!
Leider ist diese Einstellung des Iran auch begründet. Diverse amerikanische Kamerateams, vom Discovery Channel mit Presseausweisen und Drehgenehmigungen ausgestattet, haben sich als Agenten erwiesen und wurden enttarnt. Welche Optionen hat also der Iran? Er muss vom schlechtesten Fall ausgehen. Er darf ja nichteinmal zu friedlichen Zwecken Kernenergie nutzen.
Steinhauer 06.02.2011
3. Iran: Prozess gegen US-Wanderer hat begonnen.
Zitat von sysopMehr als anderthalb Jahre nach ihrer Festnahme hat in Teheran der Prozess gegen drei US-Wanderer begonnen, die wegen illegalen Grenzübertritts unter Spionageverdacht stehen. Irans Justizbehörden schlossen alle Beobachter von dem Verfahren aus. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,743851,00.html
Wer glaubt, wird selig! Was haben sie zum Henker in der Heißen Pflastern dieserr Region zu suchen gehabt?? In Irak tobt ein erbitterter Krieg. Iran ist Achse der Bösen! Kein besseren Platz zum Wandern?!!
PaulBiwer 06.02.2011
4. Des Müller's Lust
Nicht dass ich die iranische Justiz als Musterbeispiel preise,aber 2 Fragen kommen hier auf: -Was würde die irakische Justiz mit Iranern machen,die unerlaubt über die Grenze wandern? -Wer kommt auf die grossartige Idee, über die Iran/Irak-Grenze auf Wanderschaft zu gehen??? Als Antwort finde ich nur,entweder Spione,oder unglaublich dumme Menschen. Dass die vor einem Gericht landen,kann ich den Iranern diesmal nicht vorwerfen.
Rodri 06.02.2011
5. Vollkommen richtige Entscheidung !
Egal was man so vom Iran hält, ob gut, ob schlecht... Es gibt keinen, aber auch wirklich gar keinen, plausiblen Grund, wieso ein paar US-amerikanische Wanderer sich ausgerechnet die irakisch-iranische Grenze zum Spaziergang aussuchen. Ein Gebiet, in dem Krieg, Terror und Drogenschmuggel die vorrangigen Themen sind... wäre ja auch nicht das erste Mal, dass die Amerikaner jdn. als Agent einsetzen... war wohl der verzweifelte Versuch irgendwie ungesehen rüber zu kommen und nicht gleich bei der Einreise per Flugzeug aufzufallen... Ich kann mir jedenfalls beim besten Willen nicht erklären, was die Iraner in diesem Fall falsch gemacht haben sollen. Immerhin gibt es in dem Land alle paar Wochen Anschläge, auch Selbstmordanschläge, und aufständische Gruppen gibt es auch zahlreiche.
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