Angebliche Einigung Russische Raketen sollen schon bald an Teheran gehen

Gehen schon bald die ersten S-300-Raketen an Teheran? Zumindest die Iraner behaupten, man habe sich mit Russland über letzte Details zu dem umstrittenen Waffengeschäft verständigt. Moskau hält sich dagegen bedeckt.

Russische Flugabwehrrakete S-300 (Archivaufnahme): Moskau liefert wieder
AFP

Russische Flugabwehrrakete S-300 (Archivaufnahme): Moskau liefert wieder


Das Geschäft lag lange auf Eis, nun geht es offenbar voran: Teheran und Moskau haben sich nach iranischen Angaben über die Modalitäten einer Lieferung russischer Raketen geeinigt. Die Gespräche über die S-300-Raketen seien abgeschlossen, sagte der iranische Vizeaußenminister Hossein Amir-Abdollahian am Montag in Moskau.

Die Waffenlieferung könne nun bald erfolgen. "Es wird schnellstmöglich geschehen", sagte Amir-Abdollahian nach einem Treffen mit dem russischen Vizeaußenminister Michail Bogdanow.

Das russische Außenministerium bestätigte die Angaben zunächst nicht. In einer Erklärung vom Montag wurde lediglich die "Bedeutung eines regelmäßigen russisch-iranischen Dialogs" hervorgehoben. In der Vergangenheit hatte Teheran erklärt, die russischen Raketen würden Ende des Jahres geliefert.

Das noch zu Sowjetzeiten entwickelte Flugabwehr-Raketensystem S-300 zerstört mit präziser Lenktechnik gegnerische Flugzeuge oder Raketen. Dazu ortet zunächst eine mobile Radarstation das Objekt. Dann fliegen Raketen mit einem speziellen Erfassungssystem und bis zu 200 Kilometern Reichweite zum Ziel. Das System besteht aus mehreren auf Tiefladern montierten Anlagen.

Schwierige Verhandlungen über die S-300

Das Waffengeschäft war im April nach dem vorläufigen Durchbruch der Atomverhandlungen zwischen Iran und den fünf Uno-Vetomächten und Deutschland bekannt gegeben worden. Russland und der Iran hatten bereits 2007 ein Abkommen über die Raketenlieferung mit einem Umfang von 800 Millionen Dollar (754 Millionen Euro) geschlossen. Putin-Vorgänger Dmitrij Medwedew untersagte die Auslieferung der Boden-Luft-Raketen an Iran 2010 allerdings, nachdem die Uno wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms Sanktionen verhängt hatte.

Dass Präsident Wladimir Putin das Lieferverbot Mitte April grundsätzlich aufhob, kritisierte die israelische Regierung als direkte Folge des geplanten Atomabkommens mit dem Iran. Sie sah sich damit in ihrer Ablehnung eines solchen Abkommens bestätigt.

jok/AFP



insgesamt 27 Beiträge
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merkur08 26.05.2015
1. Dann spricht ja nichts dagegen, dass
die NATO die Ukraine mit Mittelstreckenraketen ausruestet, die Moskau oder diverse Atomkraftwerke erreichen koennen.
NAL 26.05.2015
2. S-300 steht für eine Reichweite von 300 km
Bitte bei der Recherche lesen und nicht überfliegen. S-400 steht eben für 400 km Reichweite.
habi82 26.05.2015
3. defensive waffe
Damit greift man keinen an sondern verteidigt sich
demokroete 26.05.2015
4. Mit den S-300 kann sich der Iran
wenigstens gegen halbwegs gegen Luftangriffe durch Flugzeuge ohne Hoheitsabzeichen wehren. Der Irak konnte das 1981 nicht, als das Atomkraftwerk Osirak durch einen illegalen Luftangriff zerstoert wurde.
ulrich-lr. 26.05.2015
5. Verteidigung
Naja, wenn man so einen heldenhaften Präventionsschlag gegen die iranische Infrastruktur ausführen möchte, oder einfach mal 'ne Stadt bombardieren will, weil man gefälschte Beweise für etwas ganz Gefährliches hat, dann stört so ein Abwehrsystem doch gewaltig.
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