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08. Dezember 2013, 14:36 Uhr

Iran

Uno-Experten prüfen Atomreaktor in Arak

Wichtiger Fortschritt im Atomkonflikt mit Iran: Kontrolleure der Uno haben erstmals seit zwei Jahren den Schwerwasserreaktor in der Stadt Arak inspiziert. Europa und Amerika beunruhigt die Anlage, weil sie einst waffenfähiges Plutonium herstellen könnte.

Dubai - Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren haben Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) den iranischen Schwerwasserreaktor in Arak untersucht. Das bestätigte ein Sprecher der iranischen Atombehörde am Sonntag der Nachrichtenagentur Isna. Die Inspektion ist ein Ergebnis des jüngsten Zwischenabkommens mit dem Westen zu dem umstrittenen iranischen Atomprogramm.

Die Anlage in Arak ist noch im Bau. Im Westen wird sie mit Argwohn betrachtet, weil sie Plutonium herstellen könnte. Damit stünde der Regierung in Teheran ein zweiter Weg zur Herstellung von Kernwaffen offen. Die US-Regierung könnte von Iran verlangen, Teile des Komplexes abzubauen, hieß es. Der Sprecher der iranischen Atombehörde lehnte dies ab. Man werde über derartige Fragen nicht einmal diskutieren, sagte er.

Und noch in einem weiteren Punkt zeigte sich Iran unnachgiebig. Am Samstag hatte die Atombehörde erklärt, man setzte die Erprobung neuer Zentrifugen für die Anreicherung von Uran fort. Eine erste Testreihe effizienterer Geräte sei abgeschlossen worden. Mit den Tests scheint Iran zwar nicht direkt gegen das jüngste Abkommen zu verstoßen. Dennoch könnte die Entwicklung die Westmächte beunruhigen, weil Iran die Anreicherung deutlich beschleunigen könnte. Bei entsprechend höherer Anreicherung kann das Uran zum Bau von Atomwaffen eingesetzt werden.

Im November hatten sich die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China und Deutschland in dem jahrelangen Atomstreit mit Iran auf erste Schritte zur Entspannung des Konflikts verständigt. Die Führung in Teheran stimmte Einschränkungen bei ihren Nuklearaktivitäten zu. Dafür werden einige Sanktionen gegen die Regierung gelockert.

Binnen sechs Monaten soll ein endgültiges Abkommen erzielt werden. Vor allem die westlichen Staaten in der Verhandlungsgruppe verdächtigen Iran, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Die Islamische Republik hat dies zurückgewiesen. Nach ihrer Darstellung dient das Programm rein zivilen Zwecken.

ssu/Reuters

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