Atomprogramm Iran steigert angeblich wieder seine Uranbestände

Die iranische Regierung verstößt gegen das Atomabkommen von 2015. Nach eigenen Angaben besitzt Teheran inzwischen mehr und stärker angereichertes Uran als zulässig.

Rohani verkündet Rückzug aus Atomdeal
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Rohani verkündet Rückzug aus Atomdeal


Vergangenes Jahr waren die USA einseitig aus dem mit Iran geschlossenen internationalen Atomabkommen ausgestiegen, was zu erheblichen Spannungen geführt hatte. Nun meldet die iranische Regierung, sie habe ihre Uranbestände wieder gesteigert: Das Land sei nun im Besitz von 370 Kilogramm Uran, das auf 4,5 Prozent angereichert worden sei, sagte der Sprecher der iranischen Atomorganisation, Behrus Kamalwandi, der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur Isna.

Sowohl die Vorratsmenge als auch der Urananreicherungsgrad verstoßen gegen die Vereinbarungen des Atomabkommens von 2015. Demnach darf Iran maximal einen Bestand von 300 Kilogramm Uran haben, der Anreicherungsgrad darf nur 3,67 Prozent betragen.

Teheran hielt sich auch nach dem Ausstieg der USA zunächst weiter an das Abkommen, das eine iranische Atombombe verhindern soll. Seit Juni aber änderte auch Iran seinen Kurs. Der Teilausstieg aus dem Atomdeal und das Vorgehen gegen britische Öltanker im Persischen Golf sind Teil dieser neuen Politik.

Anders als die USA halten die drei EU-Staaten Großbritannien, Frankreich und Deutschland sowie China und Russland an dem Abkommen fest. US-Präsident Donald Trump will Iran zu Neuverhandlungen über ein weiterreichendes Abkommen über dessen Atom- und Raketenprogramm zwingen.

vks/dpa



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