Trauerfeier in Teheran Soleimanis Tochter kündigt "schwarzen Tag" für die USA an

Sie rufen "Tod Amerika" und "Tod Israel": In Teheran bereitet sich eine gewaltige Menschenmenge auf die nächste Trauerfeier für den getöteten General Soleimani vor. Seine Tochter kündigte Rache an.
Trauerzug für Soleimani in Teheran

Trauerzug für Soleimani in Teheran

Foto: ABEDIN TAHERKENAREH/EPA-EFE/REX

Luftbilder zeigten eine schier endlose Schlange Trauernder, die iranischen Behörden und Medien rechnen mit Millionen von Teilnehmern: In Teheran bereiten sich die Menschen auf die nächste Zeremonie für den bei einem US-Angriff getöteten General Qasem Soleimani vor.

Die in Schwarz gekleideten Menschen kamen im Umfeld der Universität von Teheran zusammen, wo später Ajatollah Ali Khamenei, das geistliche Oberhaupt Irans, ein Gebet für Soleimani halten sollte.

Viele Menschen hielten Porträts von Soleimani in die Höhe. Der General hatte die für Auslandseinsätze zuständigen Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden befehligt und besaß auch großen politischen Einfluss im Nahen Osten. In der Menge wurden viele iranische und rote Fahnen geschwenkt - Rot gilt in Iran als die Farbe der "Märtyrer". Es wurde auch "Tod Amerika" und "Tod Israel" gerufen.

Khamenei sprach ein Gebet an Soleimanis Sarg. Begleitet wurde er von Staatschef Hassan Rohani, Parlamentspräsident Ali Laridschani und dem Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami. Auch Soleimanis Sohn und der Nachfolger des getöteten Generals, Esmail Gaani, versammelten sich um den Sarg.

Von Teheran aus soll die Leiche Soleimanis nach der Trauerzeremonie in die schiitische Hochburg Ghom gebracht werden. Die Beisetzung selbst findet dann am Dienstag in Soleimanis Geburtsort Kerman in Südostiran statt.

Den USA und Israel stehe ein schwarzer Tag bevor, kündigte Seinab Soleimani, die Tochter des Getöteten, an. "Verrückter Trump, denke nicht, dass mit dem Märtyrertod meines Vaters alles vorbei ist", sagt sie vor einer großen Menge bei den Trauerfeierlichkeiten.

Nach einem entsprechenden Beschluss des irakischen Parlaments leitete die Regierung in Bagdad derweil Schritte für den Abzug der im Land stationierten US-Soldaten ein. Regierungsvertreter in verschiedenen Behörden würden die rechtlichen Schritte und das Verfahren vorbereiten, teilte das Büro des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Adil Abd Al-Mahdi mit. Damit werde die Entscheidung des Parlaments für den Abzug ausländischer Truppen umgesetzt, hieß es der staatlichen irakischen Nachrichtenagentur INA zufolge.

Pelosi will Trumps militärische Möglichkeiten begrenzen

Das Parlament hatte am Sonntag in einer Dringlichkeitssitzung überraschend für einen Abzug der rund 5000 im Land stationierten US-Soldaten gestimmt. Es forderte die Regierung dazu auf, den Abzug aller ausländischen Truppen einzuleiten, die Teil des US-geführten Bündnisses zum Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sind. Das Parlament forderte auch, dass ausländische Truppen den irakischen Luftraum und Boden künftig nicht mehr nutzen dürften.

Die US-Regierung hatte den Parlamentsbeschluss als "enttäuschend" bezeichnet. Sie appellierte an die irakische Führung, die Entscheidung in Anbetracht der "Bedeutung der anhaltenden Partnerschaft" der beiden Länder in wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Belangen zu überprüfen. Präsident Trump drohte dem Irak für den Fall eines feindseligen Rauswurfs der rund 5000 US-Soldaten aus dem Land nun mit drastischen Sanktionen.

Die Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi von den oppositionellen Demokraten, kündigte eine Resolution an, mit der die militärischen Möglichkeiten von Präsident Donald Trumps gegen Iran begrenzt werden sollen. Die Abstimmung in der Kongresskammer darüber solle noch in dieser Woche erfolgen. Anschließend befasst sich aber auch der Senat mit der Resolution, wo die Republikaner von Trump eine Mehrheit haben.

Trump hatte zuvor seine Drohungen gegen Iran bekräftigt. Die USA würden "schwere Vergeltung" üben, wenn es zu Vergeltungsaktionen für die Tötung Soleimanis durch das US-Militär komme, sagte er auf einem Flug an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One zu Journalisten. Er sei auch bereit, iranische Kulturstätten ins Visier zu nehmen, weil Iran Amerikaner getötet habe. Trump erklärte zudem, dass seine Regierung darüber nachdenken könnte, Geheimdienstinformationen im Zusammenhang mit der Tötung Soleimanis zu veröffentlichen.

als/dpa
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