Iran TV zeigt Aufnahmen von unterirdischem Raketenstützpunkt

Das iranische Fernsehen hat Bilder von der Kampfkraft des Landes veröffentlicht. Erstmals waren Aufnahmen von einem unterirdischen Raketenstützpunkt zu sehen - alle Geschosse seien einsatzbereit.

Unterirdisches Raketenlager im iranischen TV: Ein Tunnel an einem unbekannten Ort
AFP

Unterirdisches Raketenlager im iranischen TV: Ein Tunnel an einem unbekannten Ort


Das staatliche iranische TV gewährte seinen Zuschauern am Mittwoch einen Blick unter die Erde. Erstmals wurden Bilder von einem unterirdischen Raketenstützpunkt im Land gezeigt. Dem Kommandeur des Stützpunkts zufolge liegt die Anlage 500 Meter tief. Damit solle sie vor möglichen feindlichen Angriffen geschützt werden, sagte General Amir Ali Hadschisadeh von den Revolutionsgarden, der Eliteeinheit der iranischen Armee. Ihm zufolge gibt es solche Stützpunkte "in allen Provinzen und Städten des Landes".

Die dort auf Lastwagen montierten Raketen unterschiedlicher Reichweite seien "einsatzbereit" und würden auf Befehl des geistlichen Oberhaupts und obersten Chefs der Streitkräfte, Ajatollah Ali Chamenei, abgefeuert. Iran wolle keinen Krieg vom Zaun brechen, doch sollten "Feinde einen Fehler begehen", würden die Raketenstützpunkte "ausbrechen wie ein Vulkan aus den Tiefen der Erde".

Am Dienstag hatte das iranische Verteidigungsministerium den erfolgreichen Test einer neuen Langstreckenrakete namens Emad bekannt gegeben. Das Weiße Haus in Washington erklärte daraufhin, wahrscheinlich habe Iran damit gegen eine Resolution des Uno-Sicherheitsrats verstoßen. Das US-Außenministerium kündigte an, dass es den Fall in der Uno zur Sprache bringen werde.

Wächterrat unterzeichnet Atomabkommen

Gleichzeitig nahm das Atomabkommen Irans mit dem Westen die nächste Hürde. Der Wächterrat ratifizierte das Papier als höchstes Verfassungsorgan das Landes. Die Entscheidung sei am Mittwoch getroffen worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur ISNA weiter.

Das Abkommen selbst war vom Parlament schon am Sonntag verabschiedet worden. Am Dienstag waren die letzten Details geklärt worden. Damit ist der Weg frei für die Implementierung der Wiener Übereinkunft vom 14. Juli.

Die Atomvereinbarung mit den fünf Uno-Vetomächten soll verhindern, dass Iran Atomwaffen baut. Die endgültige Umsetzung des Wiener Abkommens erfolgt jedoch erst nach dem für Mitte Dezember geplanten Abschlussbericht der IAEA. Danach erst können auch die für Iran lähmenden Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.

ler/AFP/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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Beat Adler 14.10.2015
1. Ohne Atomsprengkoepfe eine sehr teure Angriffswaffe
Solche Raketen sind ohne Atomsprengkoepfe eine sehr teure Angriffswaffe. Alle potentiellen Feinde des Iran verfuegen ueber Anti-Raketen-Abwehrsysteme. Somit ist dieser TV Bericht reine Innenpolitik. Ausserdem..... Im Iran ist der vom Volk NICHT gewaehlte Staatschef, supreme leader, Ayatollah Ali Chamenei, Vositzender des Revolutionswaechterrates fuer die Raketenstreitkraefte und die Al Kuds Brigaden zustaendig. Der vom Volk in UNfreien* aber sonst fairen Wahlen gewaehlte Staatspraesident Rohani repraesentiert das andere Iran. Er hat in Sachen Aussen -und Verteidigungspolitik NICHTS zu sagen. Er hat nicht einmal die Budgethoheit fuer seine Staastausgaben. (*Die Wahlen im Iran sind UNfrei, weil jeder Kandidat den Segen seines Ayatollahs und des Revolutionswaechterrates braucht, um zur Wahl antreten zu duerfen. Etwas, das Rohani abschaffen will.) Sollten die Sanktionen schrittweise aufgehoben werden, wird das Rohani und seine Anhaenger staerken. Und HOFFENTLICH den supreme leader schwaechen. Damit kommen die Modernen, vorallem die gut ausgebildeten Frauen, im staedtischen Umfeld zu etwas mehr Freiheit. Ob es wie im Juni 2009 zu einem Umsturzversuch fuehrt, bleibt abzuwarten. mfG Beat
Bueckstueck 14.10.2015
2. Ayatolla Blabla
Irgendwie klingen diese communiques aus dem Büro des religiös-fanatischen Ayatolla immer gleich: Blabla... feuriges Schwert der Rache... Blabla... Vernichtung und Zerstörung unserer Feinde.... Blabla... ausbrechen wie ein Vulkan aus den Tiefen der Erde... Blabla. Irgendwie muss man den fanatischen Stützaparat ja motiviert halten. Viele der jungen iranischen Generationen halten vermutlich nicht viel davon und wünschten sich, er würde endlich seine Klappe halten und dafür sorgen, dass die Sanktionen endlich aufgehoben werden. Dann erst kann er mal beweisen ob er seine Haut wert ist und das Land aus dem ewigen Zyklus zwischen Rezession und Depression führen kann - ohne martialisches Gerede.
hugahuga 14.10.2015
3. Sehr gut - Offenheit dient dem friedlichen Miteinander
und da wäre es doch jetzt mehr als angebracht, wenn man uns auch Bilder zeigen würde, wie es unter der Oberfläche von Dimona bzw. in den unterirdischen Raketensilos dort aussieht. Oder darf das nicht sein? Und wenn nicht, weshalb?
antis 14.10.2015
4. Heuchlerische USA
"Das Weiße Haus in Washington erklärte daraufhin, wahrscheinlich habe Iran damit gegen eine Resolution des Uno-Sicherheitsrats verstoßen." Die USA bzw. die US-Regierung sollte mal einen Blick auf die sehr, sehr lange Liste von ihren eigenen Verstößen schauen. Und diese Verstöße sind nicht gegen irgendwelche Resolutionen, sondern gegen die UN-Charta, quasi die zehn Gebote des freidlichen Miteinanders auf diesem Planeten. Den US-Regierungen ist es noch nie um Menschenrechte oder dergleichen gegangen, sondern nur ihren eigenen Vorteilen. Also: Erstmal vor der eigenen Haustüre kehren!!!
waswoasi 14.10.2015
5. Wer unterirdische Lager für Raketen baut...
der hat auch welche für Zentrifugen zur Urananreicherung. Ich wünsche den Kontrolleuren der Einhaltung des Atomdeals viel Erfolg und Finesse beim Suchen!
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