Erster direkter Kontakt Obama und Rohani tauschen Briefe aus

Erstmals seit mehr als 30 Jahren hat es einen direkten Kontakt zwischen den Präsidenten der USA und Irans gegeben. Obama und Rohani sandten sich Briefe zu. Eine große Geste - wenn auch der Inhalt der Schreiben banal war.

Präsident Rohani: Glückwünsche vom US-Präsidenten
DPA

Präsident Rohani: Glückwünsche vom US-Präsidenten


Dubai - Zwischen dem neuen Präsidenten Irans, Hassan Rohani, und seinem US-Kollegen Barack Obama hat es einen ersten direkten Kontakt gegeben. Das Außenministerium in Teheran erklärte laut der Nachrichtenagentur Isna am Dienstag, Rohani habe auf einen Glückwunschbrief Obamas zu seiner Wahl geantwortet. Die Schreiben seien auf diplomatischen Kanälen ausgetauscht worden. Obama hatte bereits am Sonntag einen Briefwechsel erwähnt.

Die USA und Iran brachen ihre diplomatischen Beziehungen 1980 ab, nachdem iranische Studenten und militante Demonstranten die US-Botschaft gestürmt und Diplomaten als Geiseln genommen hatten. Vertreter beider Staaten haben jedoch die Bereitschaft zu direkten Kontakten bekundet, um den Streit über Irans Atomprogramm auf diplomatischem Wege beizulegen. Der Westen verdächtigt Iran, Atomwaffen zu entwickeln. Die iranische Führung beteuert, ihr Atomprogramm diene friedlichen Zwecken.

Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hofft nun auf erfolgreiche Verhandlungen in seiner ersten Mission als Atomchefunterhändler. "Ich fliege heute Abend nach New York und hoffe, dass mit dem Segen des iranischen Volkes meine erste Mission von Erfolg gekrönt sein wird", schrieb Sarif am Dienstag auf seiner Facebook-Seite.

Am Rande der Uno-Vollversammlung in New York werde er am 22. September erstmals die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton treffen, so der iranische Chefdiplomat. Auf der Agenda stehen auch Gespräche mit mehreren Kollegen, darunter mit Außenministern der Verhandlungsstaaten im Atomstreit - der fünf Uno-Vetomächte plus Deutschland. Ob er auch seinen US-Kollegen John Kerry treffen wird, ließ er offen.

Auftritte vor der Uno

Obama und Rohani werden kommende Woche am selben Tag vor der Uno-Vollversammlung sprechen. Ein Treffen beider Präsidenten ist offiziell derzeit nicht geplant. Mit dem Amtsantritt des als moderat geltenden islamischen Geistlichen Rohani verbindet der Westen die Hoffnung auf eine Entspannung in den Beziehungen. Er hatte sich gegen konservativere Kandidaten durchgesetzt und "eine konstruktive Interaktion" mit der internationalen Gemeinschaft angekündigt.

Im Land selbst wird aufmerksam beobachtet, ob unter Rohani das restriktive Vorgehen gegen die Opposition gelockert wird. Überraschend waren am Montagabend für kurze Zeit soziale Netze wie Facebook und Twitter direkt erreichbar - und nicht wie seit vier Jahren üblich nur über staatlich kontrollierte Zugänge. Die Protestbewegung 2009 war zum großen Teil über solche Netze organisiert worden.

Die für die Internetkontrolle zuständige Behörde wies allerdings Vermutungen zurück, dass es sich um einen Test zur Freigabe der Zugänge gehandelt habe. Ursache sei ein technischer Fehler gewesen, sagte ihr Chef Abdolsamad Choramabadi laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Mehr. Am Dienstag war der freie Zugang offenbar wieder gesperrt.

ler/Reuters/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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alline 17.09.2013
1. alles nur Zeitschinden!
Man wird es bald durchschauen! Diese Konversationen ist weiter nichts als Zeit schinden um in Ruhe die Atomanlagen weiter zu bauen! Wer glaubt denn das diese Atomanlagen die nun schon so weit fortgeschritten sind nur aus Freundlichkeit für Obama gestoppt werden? Alles ist bald fertig und , nicht nur der Iran,werden die nichtislamischen Länder nach Lust und Laune erpressen können. Und w e r will sie dann noch davor bewahren?
tommybereczky 17.09.2013
2.
Die Iraner wollen keine Bombe bauen, diese Anschuldigung ist völlig Falsch, und destruktiv
raumbefeuchter 17.09.2013
3. Mr.Nobepreisträger
Es ist Zeit das Vertrauen was in sie gelegt wurde, auch zu erfüllen. Iran ist wesentlich berechenbarer als das mitalterliche Regime Saudiarabien. Ohne die CIA Einmischung wäre Iran vermutlich das am weitesten entwickelte Land in der Region.
Bad_Species 18.09.2013
4.
Zitat von allineMan wird es bald durchschauen! Diese Konversationen ist weiter nichts als Zeit schinden um in Ruhe die Atomanlagen weiter zu bauen! Wer glaubt denn das diese Atomanlagen die nun schon so weit fortgeschritten sind nur aus Freundlichkeit für Obama gestoppt werden? Alles ist bald fertig und , nicht nur der Iran,werden die nichtislamischen Länder nach Lust und Laune erpressen können. Und w e r will sie dann noch davor bewahren?
Ich bin mir ziemlich sicher, dass man die Iraner mit Diplomatie (und vor allem Sanktionen) dazu bringen kann, ihr Atomprogramm von der IAEA beaufsichtigen zu lassen. Sie haben zu lange behauptet, dass das Alles nur friedlichen Zwecken dient, um ohne Anlass (wie einen israelischen Angriff) eine Bombe zu bauen, bzw. zu testen. Höchstwahrscheinlich würde sich Iran mit dem Status einer virtuellen Atommacht zufriedengeben. Soll heißen, sie haben zwar alle Puzzleteile, setzten sie aber nicht zusammen.
Bad_Species 18.09.2013
5.
Zitat von raumbefeuchterEs ist Zeit das Vertrauen was in sie gelegt wurde, auch zu erfüllen. Iran ist wesentlich berechenbarer als das mitalterliche Regime Saudiarabien. Ohne die CIA Einmischung wäre Iran vermutlich das am weitesten entwickelte Land in der Region.
Die Saudis stecken zwar im tiefsten Mittelalter, sind aber, solange sie noch Öl zum an den Westen verkaufen haben, sehr berechenbar. Seit 70 Jahren heißt der Deal Öl gegen Geld und Schutz, und dass wird auch erstmal so bleiben. Was die CIA angeht, war das halt klassische Kalte-Kriegs-Logik. Er mag ein Arschloch sein, aber er ist unser Arschloch. Der kalte Krieg ist zwar vorbei, aber die Konsequenzen dieser Logik werden uns noch Jahrzehnte verfolgen, nicht nur im Iran.
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