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23. Oktober 2012, 11:00 Uhr

Iran

Uno verurteilt hohe Zahl von Hinrichtungen

In Iran sind laut Uno in diesem Jahr bereits 300 Menschen hingerichtet worden. Das geht aus einem Bericht zur Lage der Menschenrechte in dem Land hervor. Eine Verbesserung der Situation ist demnach nicht zu verzeichnen.

Teheran - Die Uno hat eine Rekordzahl an Hinrichtungen in Iran beklagt. In den ersten acht Monaten dieses Jahres seien bereits 300 Menschen exekutiert worden, sagte der Uno-Beauftragte für die Einhaltung der Menschenrechte in dem Land, Ahmed Shaheed, am Montag in New York. Im vergangenen Jahr habe es in Iran 670 Hinrichtungen gegeben, gemessen an der Einwohnerzahl die höchste Quote weltweit. Vermutlich ist die Zahl in Wahrheit aber noch höher, da die iranischen Behörden Informationen über Hinrichtungen häufig zurückhalten.

"Ich sehe nicht, dass sich diese Zahl verringert", sagte Shaheed, der am Mittwoch der Uno seinen Bericht zur Lage der Menschenrechte in Iran vorlegen soll, vor Journalisten. Er sei zudem "schockiert" über die Hinrichtung von zehn Drogenhändlern, deren Todesstrafe am Montag trotz internationaler Proteste vollstreckt worden war. Die Männer, die laut Staatsanwaltschaft in Teheran zwei unterschiedlichen Drogenhändler-Ringen angehörten, seien für den Handel mit einer Tonne Opium und einer Tonne der synthetischen Droge Crystal verantwortlich gewesen.

Shaheed beklagte zudem, dass sich das neue Strafgesetzbuch, das bereits dem Parlament vorgelegt wurde, nicht eindeutig zur international verbotenen Hinrichtung Minderjähriger sowie zur Steinigung äußere. So könne diese Form der Exekution letztlich immer von einem Richter mit Verweis auf das islamische Recht der Scharia angeordnet werden. Auch der Schutz von Frauen, Homosexuellen und ethnischen und religiösen Minderheiten habe sich nicht verbessert, sagte Shaheed. Teheran wies den Bericht des Beauftragten als "politisch" zurück.

ler/AFP

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