Sorge vor Eskalation in Iran-Konflikt Exxon Mobil zieht Personal aus dem Irak ab

"Es wird keinen Krieg geben", sagt Irans Außenminister angesichts des Konflikts mit den USA. Dennoch treffen Konzerne und Länder Vorsichtsmaßnahmen. Exxon Mobil zieht Mitarbeiter aus dem Irak ab.

Arbeiter auf einem Ölfeld nahe Basra im Irak (Archivbild)
Nabil al-Jurani / AP

Arbeiter auf einem Ölfeld nahe Basra im Irak (Archivbild)


Irans Außenminister hat die Gefahr eines Krieges heruntergespielt und zugleich eine Drohkulisse aufgebaut. "Es wird keinen Krieg geben, denn wir wollen keinen Krieg und keiner wird auf die Idee kommen oder sich der Illusion hingeben, dass er sich Iran in dieser Region entgegenstellen kann", sagte Mohammad Javad Zarif der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna am Rande einer Reise nach Peking.

US-Präsident Donald Trump habe öffentlich gesagt, dass er keinen Krieg wolle. Aber es gebe Leute im Umfeld des Präsidenten, die ihn in einen Krieg hineinziehen wollten, sagte Zarif. Er spielte damit wohl auf Trumps nationalen Sicherheitsberater John Bolton und Außenminister Mike Pompeo an, die als Hardliner gegenüber Iran gelten.

Zuletzt hatten sich die Spannungen im Konflikt zwischen den USA und Iran verschärft. US-Präsident Donald Trump hat neue Sanktionen verhängt. Die USA hatten Teheran vorgeworfen, Angriffe in der Golfregion zu planen, und hatten Kriegsschiffe und Langstreckenbomber dorthin verlegt. Außerdem zogen sie große Teile ihres diplomatischen Personals aus dem Irak ab.

Exxon Mobile zieht Mitarbeiter von Ölfeld ab

Der US-amerikanische Energiekonzern Exxon Mobil zog 50 Mitarbeiter von einem der größten Ölfelder im Irak ab. Die Mitarbeiter hätten ab Samstagfrüh begonnen, das Ölfeld West Kurna 1 nahe der Stadt Basra zu verlassen, hieß es aus Kreisen des Unternehmens. Der Betrieb des Ölfelds sei nicht gestört und werde von örtlichen irakischen Technikern aufrechterhalten. Offiziell äußerte sich das Unternehmen nicht zu dem Vorgang.

Auch Bahrain hat seine Bürger aus Sicherheitsgründen aufgefordert, unverzüglich Irak und Iran zu verlassen. Aufgrund der instabilen Lage und der zunehmenden Spannungen in der Region warnte das Außenministerium Bahrains am Samstag in einer Mitteilung vor Reisen in die beiden Länder.

US-Lu ftfahrtbehörde warnt Fluggesellschaften

Angesichts der Spannungen zwischen den USA und Iran hat die US-Luftfahrtbehörde FAA amerikanische Fluggesellschaften zur Vorsicht bei Flügen über der Golfregion ermahnt. Wegen "erhöhter militärischer Aktivitäten und verstärkter politischer Spannungen" könne es bei der Identifizierung von Flugzeugen zu Fehleinschätzungen kommen, teilte die FAA mit.

Iran hatte vor einer Woche angekündigt, sich nicht mehr an einzelne Vereinbarungen aus dem Atomabkommen halten zu wollen. Die USA waren bereits vor einem Jahr aus dem mühsam ausgehandelten Abkommen ausgestiegen. In der vergangenen Woche meldeten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate Sabotageakte und Angriffe auf eine Ölpipeline und Tankschiffe.

mmq/Reuters/dpa/AFP

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realist12345 18.05.2019
1. Vernetzung
Da die Ölimdustrie recht gut vernetzt im politischen Gefüge ist, werden sie es wohl wissen
steinhai 18.05.2019
2. Die USA bauschen auf...
Die USA bauschen den Konflikt doch künstlich auf. Einen Krieg kann sich die USA gegen Iran überhaupt nicht leisten. Das wäre für die USA glatter Selbstmord. Iran ist bestens auf jeden Angriff vorbereitet und die Iranische Truppen und Gruppen von Ghaza, Jemen, Syrien, Irak und Afghanistan sind ebenfalls auf höchster Alarmbereitschaft und vorbereitet. Ein Krieg würde in dem Fall auf Israel und Saudiarabien ausgedehnt was den Ölpreis explodieren lassen würde. Und das Bahrain seine Leute alarmiert hat hat auch einen anderen Grund. Bahrains Minister hat vor einiger Zeit den Irak wiederholt, massiv beleidigt. Das ganze Theater geht nun schon eine Weile und Iran hat sich daher auch eingemischt um dem Irak bei zu stehen. Daher hat das winzige, Wahabitisch geführte und von Schiiten bewohnte Island etwas Angst bekommen, aufgrund der Reaktion der Bürger im Irak auf Bahrainische Bürger. Also nicht aus Angst vor einem Krieg. Was aber stimmt ist das Kuwait sein Land in Alarmbereitschaft setzte. Und dieser eine Satz das es bei Linienflügen zu Fehlern bei der Identifizierung kommen könnte ist wirklich interessant. Haben die USA ein schlechtes Gewissen, nach dem sie ein Iranisches Passagierflugzeug aufgrund angeblicher Identifizierungsfehler abschossen? Hat Trump nun Angst vor Rache aus Iran? Oder ist es erneut eine indirekte Warnung an Iran das es bei Iranischen Flügen zu erneuten Fehlern kommen könnte, ganz Zufällig natürlich?
damianschnelle 19.05.2019
3. Bitte
immer daran denken. wer einer der Mitverantwortlichen für den letzten Irak-Krieg war. Das im Hinterkopf und schon betrachtet man das Szenario etwas anders, denn jetzt sitzt er an noch einflussreicherer Stelle in der Administration.
kospi 19.05.2019
4.
Zitat von steinhaiDie USA bauschen den Konflikt doch künstlich auf. Einen Krieg kann sich die USA gegen Iran überhaupt nicht leisten. Das wäre für die USA glatter Selbstmord. Iran ist bestens auf jeden Angriff vorbereitet und die Iranische Truppen und Gruppen von Ghaza, Jemen, Syrien, Irak und Afghanistan sind ebenfalls auf höchster Alarmbereitschaft und vorbereitet. Ein Krieg würde in dem Fall auf Israel und Saudiarabien ausgedehnt was den Ölpreis explodieren lassen würde. Und das Bahrain seine Leute alarmiert hat hat auch einen anderen Grund. Bahrains Minister hat vor einiger Zeit den Irak wiederholt, massiv beleidigt. Das ganze Theater geht nun schon eine Weile und Iran hat sich daher auch eingemischt um dem Irak bei zu stehen. Daher hat das winzige, Wahabitisch geführte und von Schiiten bewohnte Island etwas Angst bekommen, aufgrund der Reaktion der Bürger im Irak auf Bahrainische Bürger. Also nicht aus Angst vor einem Krieg. Was aber stimmt ist das Kuwait sein Land in Alarmbereitschaft setzte. Und dieser eine Satz das es bei Linienflügen zu Fehlern bei der Identifizierung kommen könnte ist wirklich interessant. Haben die USA ein schlechtes Gewissen, nach dem sie ein Iranisches Passagierflugzeug aufgrund angeblicher Identifizierungsfehler abschossen? Hat Trump nun Angst vor Rache aus Iran? Oder ist es erneut eine indirekte Warnung an Iran das es bei Iranischen Flügen zu erneuten Fehlern kommen könnte, ganz Zufällig natürlich?
Und was interessiert einen Narzissten wie Trump?
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