Proteste wegen Benzinpreisen USA verurteilen Gewalt gegen Demonstranten in Iran

Die iranische Regierung versucht, die Proteste im Land einzudämmen - und kappte dafür fast vollständig den Internetzugang. Washington kritisiert das Vorgehen scharf. Mindestens zwei Menschen sollen gestorben sein.

Protestierende nahe einem Feuer in Teheran: Einmischung in iranische Angelegenheiten
AFP

Protestierende nahe einem Feuer in Teheran: Einmischung in iranische Angelegenheiten


In Iran kommt es seit Freitag zu teils schweren Unruhen, die am Wochenende weiter eskalierten. Zwei Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. Die Regierung in Washington hat angesichts dessen die "tödliche Gewalt" gegen Demonstranten verurteilt. Die Vereinigten Staaten unterstützten das iranische Volk in seinem friedlichen Protest gegen das Regime, teilte das Weiße Haus mit.

Teheran verurteilte die Parteinahme umgehend: Die Unterstützung der US-Regierung für die Demonstranten sei eine Einmischung in iranische Angelegenheiten. Die USA gebe den "Randalierern" Rückendeckung, erklärte das iranische Außenministerium.

Die Proteste in mehreren iranischen Städten waren durch eine Einschränkung der Spritausgabe und Erhöhung der Benzinpreise um mindestens 50 Prozent ausgelöst worden. Mit den zusätzlichen Einnahmen will Präsident Hassan Rohani neue Hilfen für 60 Millionen Bedürftige finanzieren.

In den vergangenen Tagen sollen bei Zusammenstößen ein Polizist und ein Zivilist ums Leben gekommen sein. Allerdings ist die Lage unübersichtlich, da die Regierung den Zugang zum Internet seit Samstagnachmittag weitgehend gesperrt hat.

"Die Vereinigten Staaten stehen an eurer Seite"

Rückendeckung bekam die iranische Regierung vom geistlichen Oberhaupt Ajatollah Ali Khamenei. Er verteidigte die Rationierung und Verteuerung von Benzin. "Die politische Führung des Landes hat eine technische Entscheidung getroffen, die logischerweise auch umgesetzt werden muss", sagte Khamenei.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte sich bereits am Samstag über Twitter an die Demonstranten gewandt: "Die Vereinigten Staaten stehen an eurer Seite." Eine Sprecherin des Weißen Hauses bekräftigte anschließend, dass die "Vereinigten Staaten das iranische Volk in ihren friedlichen Protesten gegen das Regime" unterstützten.

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums nannte Pompeos Tweet daraufhin scheinheilig. Die Menschen in Iran wüssten, dass solche Äußerungen kein "ehrliches Mitgefühl" darstellten. Die Handlungen einer von Menschen wie Pompeo unterstützten "Gruppe aus Randalierern und Saboteuren" habe "nichts gemein mit der Verhaltensweise des klugen iranischen Volkes".

Präsident Rohani gilt innerhalb der iranischen Führung als eher gemäßigt und wird von Hardlinern scharf angegriffen. Medienberichten zufolge wollen sie den Präsidenten wegen der Unruhen im Parlament einbestellen und ein Misstrauensvotum gegen ihn erzwingen.

vks/dpa/AFP



insgesamt 17 Beiträge
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thomas_linz 18.11.2019
1. Ich habe den Iran
verteidigt, als es gegen eine Invasion des Westens ging. Wenn das stimmt, dann hoert die Freundschaft natürlich auf.
bernteone 18.11.2019
2. Die Sanktionen sind Schuld
Genau das will doch die USA mit den Sanktionen erreichen , die Unzufriedenheit in der Bevölkerung schüren . Das die Mullas hart durchgreifen stand doch auf dem Programm der USA , also Etappenziel erreicht . Jetzt muß natürlich weiter Öl ins Feuer gegossen werden in der Hoffnung das es richtig brennt , die Empörung ist wohl eher gespielt . Das Ziel dürfte wohl die Destabilisierung des Irans sein
stolte-privat 18.11.2019
3. Mich würde mal die Reaktion...
...der USA interessieren, wenn ausländische Politiker die Verhältnisse im diesem Land oder das Vorgehen gegen regierungsfeindliche (= Trump kritische) Demos kritisieren. Der vom Präsidenten initiierte Shitstorm sprengt dann sicherlich alle Grenzen....
bitaaa 18.11.2019
4.
Es sind mehr als zwei Personen! Nur weil Sie nicht darüber berichten können oder wollen heißt es nicht dass es weniger waren. Es ist erstaunlich wie deutsche Presse über Proteste in Iran Tod schweigt! Internet wurde einfach abgeschaltet nur staatliche Nachrichtenagentur dürfen frei reden. Ich kann meine Familie in Iran nicht erreichen weil das ganze Telefonverbindung abgeschaltet ist. Iranische Regierung tötet und jagt Menschen die protestieren und in deutscher Presse wird darüber nicht berichtet. die (iranische Regierung) möchte nicht dass die Welt darüber redet und ihr macht einfach mal mit!
Torfi 18.11.2019
5. Richtig
Zitat von bernteoneGenau das will doch die USA mit den Sanktionen erreichen , die Unzufriedenheit in der Bevölkerung schüren . Das die Mullas hart durchgreifen stand doch auf dem Programm der USA , also Etappenziel erreicht . Jetzt muß natürlich weiter Öl ins Feuer gegossen werden in der Hoffnung das es richtig brennt , die Empörung ist wohl eher gespielt . Das Ziel dürfte wohl die Destabilisierung des Irans sein
Wäre die Empörung ehrlich, dann müsste man sich ja auch über Chinas Konzentrationslager empören, oder über Saudi-Arabische Gräueltaten an der yemenitischen Bevölkerung usw. usf.
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