Zeitungsbericht US-Journalisten in Iran festgenommen

Iranische Sicherheitskräfte haben offenbar drei US-Journalisten inhaftiert - darunter den Korrespondenten der renommierten "Washington Post". Zudem nahmen sie eine iranische Reporterin fest.
"Washington Post"-Korrespondent Jason Rezaian: Gründe der Festnahme noch unbekannt

"Washington Post"-Korrespondent Jason Rezaian: Gründe der Festnahme noch unbekannt

Foto: Zoeann Murphy/ AP/dpa

Teheran - Vier Journalisten sind laut einem Bericht der Zeitung "Washington Post"  in Iran offenbar festgenommen worden, darunter drei US-Amerikaner. Das Blatt habe "glaubhafte Berichte" erhalten, dass ihr Korrespondent Jason Rezaian und dessen Ehefrau Yeganeh Salehi am Dienstag festgenommen wurden, hieß es nach Angaben des Auslandschefs der Zeitung.

Zwei weitere Amerikaner, die als freie Fotografen arbeiten, seien ebenfalls in iranischem Gewahrsam. Das US-Außenministerium habe von dem Vorfall Kenntnis, wurde dessen Sprecherin Marie Harf zitiert. Weitere Angaben wollte das Ministerium nicht machen. In der Zeitung hieß es, die Festnahmen seien am Dienstagabend erfolgt. Was die Gründe seien und wer dahinterstecke, sei nicht bekannt.

Ein Sprecher der iranischen Uno-Mission in New York sagte in einer ersten Reaktion, iranische Diplomaten gingen Berichten über die Festnahmen nach.

"Washington Post"-Korrespondent Rezaian ist US- und iranischer Staatsbürger, seine Frau Yeganeh Salehi Iranerin. Der 38-jährige Journalist berichtet seit 2012 aus Teheran, seine Frau arbeitet als Korrespondentin für die in den Vereinigten Arabischen Staaten ansässige Zeitung "The Nation".

Das Verhältnis zwischen den USA und Iran ist seit dem Sturz des Schahs 1979 angespannt. Die Besetzung der US-Botschaft mit anschließender Geiselnahme durch militante iranische Studenten führte 1980 zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Diese wurden bis heute nicht wieder aufgenommen. Allerdings verbesserte sich das Verhältnis seit dem Amtsantritt des iranischen Präsidenten Hassan Rohani im vergangenen Jahr.

kes/dpa/AFP
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