Konflikt mit den USA Iran will CIA-Netzwerk aufgedeckt haben

Sie seien mit falschen Versprechungen rekrutiert worden: Teheran hat nach eigenen Angaben 17 Iraner verhaftet, die für den US-Geheimdienst spioniert haben sollen. Washington dementiert.

Teheran: Irans Geheimdienst hat nach eigenen Angaben 17 CIA-Agenten enttarnt
Gabriela Baczynska/REUTERS

Teheran: Irans Geheimdienst hat nach eigenen Angaben 17 CIA-Agenten enttarnt


Irans Geheimdienst hat erklärt, ein Netzwerk des US-Geheimdienstes CIA enttarnt zu haben. 17 Agenten seien demnach in Iran verhaftet worden, sagte der Leiter der Spionageabwehr. Es handele sich um Iraner. Einigen von ihnen drohe die Todesstrafe.

Auch europäische und asiatische Länder sollen bei den CIA-Einsätzen gegen Iran mitgewirkt haben, hieß es. Mehr Details zu dem Fall sollen demnächst öffentlich gemacht werden, sagte der Offizielle in einem Presse-Briefing im Kultusministerium.

Die CIA habe bewusst Iraner gewählt, weil sie die Landessprache beherrschten und auch Zugang zu verschieden Organisationen hätten. Mit gefälschten Dokumenten sollten sie nicht in den Fokus der iranischen Sicherheitsbeamten rücken. Den angeblichen Agenten seien im Gegenzug US-Visa, Greencards, die amerikanische Staatsangehörigkeit und lukrative Jobs in den Vereinigten Staaten versprochen worden. Diese Versprechen seien jedoch nicht eingehalten worden, sagte der Sprecher.

Trump spricht von Falschmeldung

US-Außenminister Mike Pompeo dementierte die Meldung. Irans Regime blicke auf eine lange Geschichte voller Lügen zurück, sagte er. Später erklärte auch US-Präsident Donald Trump, die Darstellung Irans sei eine Falschmeldung.

Wie vielen der 17 Verhafteten die Todesstrafe droht, wurde nicht gesagt. Unklar war zudem, ob es sich bei den angeblichen Agenten auch um Regierungsangestellte handelt. Vergangenen Monat wurde ein Angestellter der Raumfahrtabteilung in Irans Verteidigungsministerium wegen angeblicher Spionage für die CIA hingerichtet. Seine Frau wurde zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Presse-Briefings des Geheimdienstes finden sehr selten statt. Diesmal wurden überraschenderweise sogar ausländische Medien eingeladen. Den Medien wurden am Ende Dokumente in verschiedenen Sprachen sowie eine Video-CD über angebliche Operationen der CIA in Iran mitgegeben. Die Aussagen sowie die Dokumente können jedoch nicht unabhängig verifiziert werden.

Die EU äußerte sich zunächst nicht zu den Angaben. Ein Sprecher wies lediglich auf eine Stellungnahme vom Wochenende hin. In dieser war Teherans Vorgehen gegen einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker scharf verurteilt worden. Das Festsetzen des Schiffes berge die Gefahr einer weiteren Eskalation und untergrabe die derzeitigen Bemühungen um einen Abbau der Spannungen, hieß es dort.

Iran verfolgt nach dem Ausstieg der USA aus dem Wiener Atomabkommen 2018 und besonders nach der Verhängung neuer Sanktionen eine aggressivere Politik gegenüber dem Westen.

mho/dpa



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