Militär-Raubkopie Iran baut US-Drohne nach

Stolz zeigen Irans Revolutionswächter eine neue Kampfdrohne. Sie soll der Nachbau einer erbeuteten US-Maschine sein und bis zu vier Bomben tragen können. Im Flug wurde sie aber noch nicht gesehen.
Iranische Drohne

Iranische Drohne

Foto: Irgc Official Website/ dpa

An Selbstbewusstsein mangelt es dem iranischen Militär offenbar nicht. Am Samstag erklärte Brigadegeneral Amir Ali Hajizadeh, sein Land zähle zu den vier Ländern mit der fortschrittlichsten Drohnentechnologie. Die USA würden versuchen, diese Entwicklung einzuholen. Wie zum Beweis wurde ein neues unbemanntes Fluggerät gezeigt, eine "Saegeh" ("Blitz") genannte Drohne.

Der iranischen Nachrichtenagentur Tasmin zufolge handelt es sich dabei um eine langstreckentaugliche Drohne. Sie soll vier Präzisionsbomben tragen können, mit denen pro Flug vier verschiedene Ziele angegriffen werden können. Auch Tarnkappeneigenschaften werden dem Fluggerät zugeschrieben.

Völlig unumwunden erklärt das Militär auch, dass es sich bei der "Saegeh" um einen Nachbau der amerikanischen RQ-170 "Sentinel" handelt. Darüber, dass die Iraner eine Kopie der von Lockheed-Martin entwickelten Drohne bauen wollen, war schon 2012 spekuliert worden.

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Iran provoziert Amerika: Die abgestürzte US-Drohne

Foto: REUTERS/ Sepah News

Die Vorlage für die Raubkopie lieferten die Amerikaner selbst. Im Dezember 2011 war eine US-Drohne dieses Typs über Iran niedergegangen und fiel dem Regime offenbar unbeschädigt in die Hände. Zum Beweis zeigte das iranische Staatsfernsehen Bildmaterial, das von der "Sentinel" aufgenommen worden sein soll.

2012 fing das iranische Militär eine amerikanische Aufklärungsdrohne ab, präsentierte schon ein Jahr später einen Nachbau. Videos oder Fotos, die eine der nachgebauten Drohnen im Flug zeigen, gibt es jedoch nicht. Mit solchen Selbstdarstellungen hat sich das iranische Militär allerdings auch schon heftig blamiert.

So wie 2013, als der angebliche Tarnkappenjet Qaher-313 vorgeführt wurde. Er könne es mit der amerikanischen F/A-18 aufnehmen, berichteten iranische Medien damals stolz. Ein später veröffentlichtes Bild, das den Jet beim Flug über den Wolken zeigen sollte, wurde allerdings schnell als Fake entlarvt.

Fotomontage des Kampfjets Qaher-313

Fotomontage des Kampfjets Qaher-313

Foto: khouznews.ir

2014 schließlich staunten Militärexperten darüber, dass in einer iranischen Werft ein amerikanischer Flugzeugträger nachgebaut wurde. Satellitenaufnahmen zeigten, dass das Schiff einem Träger der Nimitz-Klasse nachempfunden war, aber im Maßstab zwei zu drei, also deutlich kleiner, gebaut wurde. Zu klein, um wirklich Flugzeuge starten und landen zu lassen, urteilten Experten damals.

Was es mit der Kopie auf sich hatte, zeigte sich im folgenden Jahr: In der Straße von Hormus wurde der Fake-Flugzeugträger mit Raketen angegriffen. Auch dieses Spektakel, das Zuschauer von der Küste aus mit Ferngläsern beobachteten, sollte offenbar einmal mehr dazu dienen, die Überlegenheit des iranischen Militärs zu demonstrieren.

"Amerikanische Flugzeugträger haben ein großes Munitionslager an Bord", sagte der Kommandeur der iranischen Marine damals. Wenn ein solches Schiff von einer Rakete getroffen werde, könne dadurch eine zweite, größere Explosion ausgelöst werden. Dass sich das Ziel in diesem Fall nicht gegen die Angreifer zur Wehr setzte, ließ er dabei unter den Tisch fallen.

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Manöver in der Straße von Hormus: Sturm auf eine Attrappe

Foto: AP/ Iranian state television
mak