Iranischer Ölminister Ahmadinedschads Kandidat scheitert erneut

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist auch mit seinem dritten Kandidaten für das einflussreiche Amt des Ölministers gescheitert. Der erst seit wenigen Wochen regierende Staatschef steht damit vor einer beispiellosen innenpolitischen Krise.

Teheran - Die Abgeordneten des Parlaments in Teheran erteilten dem von Ahmadinedschad nominierten Sejed Mohsen Tassaloti heute mehrheitlich eine Absage. Nur 77 von 261 Parlamentariern folgten Amadinedschads Vorschlag. Für den neuen Präsidenten bedeutet das Votum des Parlaments eine schwere politische Schlappe. Bereits zuvor war er mit seinen ersten beiden Personalvorschlägen für das Amt des Ölministers gescheitert. Ihnen war vorgeworfen worden, über keine Erfahrung im Ölgeschäft zu verfügen.

Tassaloti ist Generaldirektor der Ölindustrie im südwestlichen Mahschahr. Im Vorfeld der Wahl hatte es Spekulationen gegeben, er habe bei der Präsidentenwahl im Juni einen Kandidaten des Reformlagers unterstützt. Zudem wurden ihm enge Verbindungen in die USA nachgesagt, die die Führung des Landes als Erzfeind verstehen. Dies schürte Zweifel an Tassalotis Loyalität zum theokratischen System in Iran. Außerdem gab es Gerüchte über sein Privatleben und über die Herkunft seines beträchtlichen Familienbesitzes.

Iran ist der viertgrößte Ölproduzent und das Ölministerium gehört zu den Schlüsselposten der Regierung. Der erzkonservative Staatschef hatte die Reformen in der staatlichen Ölindustrie zu einem Kernthema seines Wahlkampfes gemacht.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.