Vor syrischer Küste Iranischer Tanker "Adrian Darya-1" schaltet offenbar Signal aus

Nach der Freigabe durch Großbritannien und mehreren Kurswechseln im Mittelmeer soll der iranische Öltanker "Adrian Darya-1" seine Ortungssignale abgeschaltet haben. Ist die Übergabe der Ladung an ein anderes Schiff geplant?

Außenansicht der "Adrian Darya-1": Mehrmals den Kurs geändert
Jon Nazca/REUTERS

Außenansicht der "Adrian Darya-1": Mehrmals den Kurs geändert


Der iranische Öltanker "Adrian Darya-1" war mehr als sechs Wochen lang in Gibraltar wegen des Vorwurfs festgehalten worden, das EU-Embargo gegen Syrien zu unterlaufen. Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets gab den Tanker schließlich frei - doch zwei Wochen später hat die Besatzung offenbar das Signal ausgeschaltet, mit dem es geortet werden kann.

Das letzte Signal stammt nach Angaben des Informationsdienstes Marine Traffic von Montag 17:53 Uhr (MESZ). Zu diesem Zeitpunkt lag der Tanker rund 85 Kilometer vor der Küste des Libanons und Syriens. Zum Zielort der "Adrian Darya-1" gibt es keine Angaben. Der Kapitän hatte zunächst angegeben, nach Griechenland fahren zu wollen. Danach hieß es, das Schiff wolle Häfen in der Türkei ansteuern.

Die Festsetzung des Tankers, damals noch unter dem Namen "Grace 1", hatte im Juli die Spannungen im Atomstreit mit Iran verschärft. Die Führung in Teheran ließ zwei Wochen später als Vergeltung einen britischen Tanker wegen angeblicher Verstöße gegen das Seerecht festsetzen.

Die Behörden im britischen Überseegebiet Gibraltar gaben den iranischen Tanker am 15. August frei, nachdem sie aus Teheran Zusicherungen erhalten hatten, dass das Schiff seine 2,1 Millionen Barrel Öl nicht in Syrien löschen werde. Wenige Tage später teilte Iran ohne nähere Details mit, dass die Ladung verkauft worden sei. Inzwischen hat der Tanker mindestens drei Mal seinen Kurs geändert. In Branchenkreisen wurde vermutet, dass eine Übergabe der Ladung an ein anderes Schiff auf See geplant sein könnte.

Die USA haben andere Staaten gewarnt, sie würden eine Unterstützung des Schiffes als Unterstützung einer Terrororganisation erachten. Sie gehen davon aus, dass der Tanker den iranischen Revolutionsgarden gehört. Die US-Führung betrachtet diese einflussreiche Militär-Eliteeinheit als Terrororganisation. US-Präsident Donald Trump will Iran mit Sanktionen unter anderem im Ölgeschäft zu einem strengeren Atomabkommen zwingen.

vks/dpa/AFP



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