"Adrian Darya-1" Iranischer Öltanker steuert auf Türkei zu

Der zeitweise von Großbritannien festgesetzte iranische Öltanker hat offenbar seinen Kurs geändert. Neues Ziel: die Türkei.

Iranischer Tanker "Adrian Darya-1"
Jon Nazca/REUTERS

Iranischer Tanker "Adrian Darya-1"


Mehr als sechs Wochen lang hatte Großbritannien einen iranischen Tanker in Gibraltar festgesetzt. Der Vorwurf: Iran wolle Syrien entgegen den EU-Sanktionen mit Öl beliefern.

Inzwischen ist der Öltanker "Adrian Darya-1" wieder auf dem Mittelmeer unterwegs, hat aber seinen Kurs geändert. Den Ortungsdaten der Webseite "MarineTraffic" zufolge steuert er nun die Türkei an.

Bislang war als Ziel des voll beladenen Tankers, der früher "Grace 1" hieß, die Hafenstadt Kalamata in Südgriechenland angegeben. Griechenland hatte aber erklärt, es werde das Schiff nicht abfertigen. Nun soll der Tanker den Daten zufolge am 31. August in der südtürkischen Hafenstadt Mersin anlegen.

Die Kursänderung könnte damit zusammenhängen, dass der Kapitän des Tankers nicht durch die Straße von Messina und damit durch italienische Hoheitsgewässer fahren wollte.

Die USA gehen davon aus, dass das Schiff von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert wird, die von den Vereinigten Staaten als Terrorvereinigung eingestuft werden. Die Regierung in Washington hat die Länder der Region deshalb aufgefordert, dem Tanker keine Hilfe zu leisten.

Der umbenannte Tanker fährt unter iranischer Flagge. Er war am 4. Juli vor der Küste Gibraltars von der britischen Marine gestoppt worden. Iran bestreitet den Vorwurf, Syrien mit Öl beliefern zu wollen. Der Kurs des Schiffes könnte nun auch die Türkei in den Konflikt um den Öltanker hineinziehen.

ala/kev/dpa/Reuters

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