Irankonflikt Russland warnt USA vor Entsendung weiterer Truppen nach Nahost

Im Konflikt mit Iran schicken die USA rund tausend weitere Soldaten in die Region. Russland fürchtet nun, dass eine höhere Truppenpräsenz im Nahen Osten die Situation verschärfen könnte.

Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer
Jon Gambrell/ DPA

Flugzeugträger USS Abraham Lincoln im Arabischen Meer


Der Irankonflikt hält an. Nun hat sich Russland zu den US-Plänen geäußert, weitere Truppen in den Nahen Osten zu entsenden. "Dies bereitet uns große Sorgen", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow der Agentur Interfax zufolge. "Und das allein schon der Tatsache wegen, dass eine starke Konzentration von Kräften und Mitteln das Risiko eines Zusammenstoßes oder einer unerwünschten Zuspitzung erhöht." Allerdings sei noch nicht ganz klar, worauf Washington mit einem solchen Schritt abziele, sagte Rjabkow.

US-Präsident Donald Trump hatte am Montag angekündigt, rund 1000 weitere Soldaten in den Nahen Osten zu schicken. Dem amtierenden US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan zufolge werden die Soldaten zu "Verteidigungszwecken" in die Region entsandt. Er betonte aber: "Die Vereinigten Staaten streben keinen Konflikt mit Iran an."

US Department of Defense/ DPA

Die USA machen Iran für die Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman am vergangenen Donnerstag verantwortlich. Teheran weist die Anschuldigungen zurück. Zwischen beiden Ländern gibt es seit Monaten Spannungen.

Die Tanker waren am Donnerstagmorgen bei Angriffen im Golf von Oman beschädigt worden. Die "Front Altair" einer norwegischen Reederei brannte nach einer Explosion. Der deutsche Reeder der "Kokuka Courageous" berichtete von zwei Detonationen.

Der iranische Parlamentspräsident Ali Laridschani behauptete, die USA steckten hinter den Explosionen. Sie seien eine Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen der USA gegen Iran, sagte er laut den iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Isna vor dem Parlament in Teheran. Er lieferte keine Belege für seine Aussage.

Kreml ruft zu Zurückhaltung auf

Der Kreml rief in dem Konflikt zur Zurückhaltung auf. Sprecher Dmitri Peskow sagte: "Wir würden lieber keine Schritte sehen, die in einer ohnehin schon unruhigen Region weitere Spannung schaffen würden."

In der Mitteilung Shanahans hieß es am Montag, die jüngsten Angriffe bestätigten Geheimdienstinformationen über das feindselige Verhalten durch die iranischen Streitkräfte und ihre verbündeten Gruppen. Mit der Entsendung der zusätzlichen Truppen sollten US-Soldaten und nationale Interessen der USA in der Region geschützt werden.

Bereits Ende Mai hatten die USA ihre Truppen im Nahen Osten wegen der "anhaltenden Bedrohung" durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten verstärkt. Zuvor hatte das US-Militär unter anderem einen Flugzeugträgerverband und eine Bomberstaffel in die Region verlegt - was Sorgen vor einem militärischen Konflikt aufkommen ließ.

asc/dpa

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