Uno-Vollversammlung Rohani schlägt Vernichtung aller Atomwaffen vor

Im Streit über das Nuklearprogramm Teherans hat Hassan Rohani einen radikalen Vorschlag gemacht: Der iranische Präsident forderte alle Atommächte auf, ihre Waffen zu vernichten. Die Offerte zielt vor allem auf Erzfeind Israel.
Irans Präsident Rohani: Aufruf zur kompletten Atomabrüstung

Irans Präsident Rohani: Aufruf zur kompletten Atomabrüstung

Foto: MIKE SEGAR/ REUTERS

New York - Kurz vor neuen Verhandlungen über das Atomprogramm Teherans hat der iranische Präsident Hassan Rohani im Namen der Bewegung der blockfreien Staaten einen Plan zur völligen Abschaffung von Atomwaffen vorgelegt. Konkret Israel rief er auf, dem Atomwaffensperrvertrag sofort beizutreten. "Alle Atomaktivitäten in der Region sollten der Kontrolle der (Internationalen Atomenergieagentur) IAEA unterliegen", sagte Rohani am Donnerstag vor der Uno-Vollversammlung in New York.

Verhandlungen über die Beseitigung aller Kernwaffen sollten so schnell wie möglich beginnen, sagte Rohani. Iran wird selbst verdächtigt, Atomwaffen anzustreben, weist dies aber strikt zurück. Insbesondere Israel hat Teheran bereits mit Militärschlägen gedroht, um die Entwicklung einer iranischen Atombombe zu stoppen.

"Es gibt keine richtige Hände, in denen diese falschen Waffen liegen können", sagte Rohani. "Jede Waffe ist eine Gefahr und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit." Ihre Reduzierung sei kein Ersatz für ihre Abschaffung. Ihre Modernisierung untergrabe die Bemühungen um ihre Abschaffung, deshalb müssten die Staaten solche Projekte stoppen.

Rohanis Äußerungen kommen wenige Stunden vor einem mit Spannung erwarteten Treffen der Außenminister der fünf Ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat und Deutschlands (5+1-Staaten) mit ihrem iranischen Amtskollegen. Für Mohammed Dschawad Sarif und US-Ressortchef John Kerry ist es das erste Treffen überhaupt. Beide Länder unterhalten seit mehr als 30 Jahren keine Beziehungen mehr.

Präsident Rohani legte vor der Uno einen konkreten Plan vor. Erster Schritt müsse eine internationale Konferenz mit dem Ziel einer Konvention sein. Die Konvention solle den Besitz, die Entwicklung, Herstellung, den Erwerb, die Erprobung, Lagerung, den Transport und Einsatz oder die Drohung mit Atomwaffen verbieten. Am 26. September eines jeden Jahres solle die Einhaltung dieser Verbote überprüft werden. Eine internationale Konferenz solle in fünf Jahren Bilanz ziehen. Rohani kündigte an, dass die Blockfreien der Vollversammlung eine entsprechende Resolution vorlegen würden.

Zuvor hatte Rohani gesagt, er strebe eine schnelle Einigung im Streit über das Atomprogramm an und von einer Dauer von drei Monaten gesprochen.

fab/AFP/dpa
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