Irans Universitäten Ahmadinedschad will liberale Lehrer verbannen

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad will liberale und säkulare Professoren aus den Universitäten des Landes entfernen. Die Studenten hätten ein Recht darauf zu fragen, warum solche Professoren überhaupt an den Hochschulen lehren dürften.

Teheran - Ahmadinedschad habe sich während eines Treffens mit Studenten beklagt, dass Veränderungen an den Universitäten nur schwer zu erreichen seien, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Das Bildungssystem des Landes werde seit 150 Jahren vom Säkularismus beeinflusst, sagte der Präsident. "Es wird schwierig, das zu ändern, aber wir müssen das gemeinsam angehen", kündigte er an. Liberale und säkulare Professoren will Ahmadinedschad deshalb aus den Universitäten entfernen.

Es seien bereits Maßnahmen ergriffen worden, die aber noch nicht ausreichten. "Ein Student muss gegen liberales Denken und liberale Wirtschaft anschreien. Ein Student muss nachfragen, wenn ein säkularer Lehrer jemandem schlechte Noten gibt, der nicht dieselben Ideen hat wie er." Die Veränderungen hätten jedoch bereits begonnen.

Ahmadinedschad hat als Vorsitzender des Revolutionsrats zwar die Autorität, solche Veränderungen anzuordnen. Seine heutigen Bemerkungen schienen jedoch eher darauf abzuzielen, fundamentalistische Studenten zu eigenen Kampagnen zu ermutigen. Beobachtern zufolge gibt es noch immer moderat eingestellte Politiker in der Regierung, und auch Teile der Bevölkerung widersetzen sich dem Fundamentalismus des Präsidenten.

Die iranische Regierung pensionierte in diesem Jahr bereits zahlreiche liberale Professoren und Lehrer. Im vergangenen November ernannte Ahmadinedschad unter dem Protest der Studenten erstmals einen Geistlichen zum Rektor der ältesten Universität des Landes in Teheran.

als/APF/AP

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